Die Pfreimdtalgemeinde hat zwei Pfunde mit denen sie wuchern kann: eine eindrucksvolle Geschichte und eine reizvolle Landschaft. Beides hebt der Naturerlebnispfad „Rittersteig“ in besonderer Weise hervor. Der Oberpfälzer Wald ist bestens für umweltverträgliche Erholungsformen wie Wandern und Radfahren geeignet. Dieses Angebot wird zusätzlich durch „Naturweiterbildung“ umfangreich erweitert. Lehrpfade sind ein probates Mittel, dieses Wissen anschaulich und interessant darzustellen.
Der Rittersteig in Trausnitz bietet eine gelungene Kombination aus „Ritter - Wasser - Natur“: Im 14. Jahrhundert war die Burg Trausnitz für zwei Jahre sozusagen der „Nabel Europas“. Die Nutzung der Wasserkraft in der Kraftwerksgruppe Pfreimd bedeutete den Schritt in die moderne Zeit. Der Fluss Pfreimd mit seiner Aue und den unmittelbar angrenzenden Trockenhängen gehört zu den besonders schützenswerten Biotopen. Alle diese Elemente spiegelt der Naturerlebnispfad wider.
In einer beispielhaften guten Zusammenarbeit zwischen dem Verein Naturpark Oberpfälzer Wald, der Gemeinde Trausnitz und der Regierung der Oberpfalz ist es gelungen, dieses Projekt zu verwirklichen. Die Gestaltung lag in den Händen von Landschaftsarchitekt Gottfried Blank. Lehrpfade sollen viele Sinne ansprechen, deshalb ist auch beim "Rittersteig" die Einbindung von Audio-Elementen sehr zweckdienlich. Mit dem Smartphone können an den fünf Infotafeln verschiedene Textbeiträge abgerufen werden. Die Besonderheit dabei ist, dass diese Sprechbeiträge von Trausnitzern erstellt worden sind, die einen direkten Bezug zu den jeweiligen Themen haben.
Der Einstieg in den Naturerlebnispfad ist unmittelbar am Gemeindehaus. Hier erhält der Wanderer erste Informationen. Die zweite Infotafel steht am Ende des Hammerberges an einer exponierten Stelle oberhalb der Pfreimd, die einen grandiosen Ausblick ins Pfreimdtal gewährt. Die Geschichte der Burg Trausnitz hat diese Station zum Inhalt. Mit Geschichten aus der Geschichte erwecken Karl Lang, Hedwig Klug und Waltraud Mutzbauer die Burg zum Leben. Das Trio hat mit ihrer szenischen Burgführung schon so manchen Besucher begeistert. Über einen schmalen Weg - es ist gutes Schuhwerk zu empfehlen - geht es dann weiter Richtung Burg.
Die dritte und vierte Schautafel befassen sich mit den Themen „Trausnitz und die Wasserkraft“ und „Das Pfreimdtal“. Zwei Zeitzeugen geben ihre Erinnerungen an die Zeit des Kraftwerkbaues sehr authentisch wider. Ludwig Zimmerer stand damals als junger Handwerker bei der Firma Kunz in Lohn und Brot. Seine Schwester Maria musste als junges Mädchen Gänse und Ziegen am Burganger hüten. In ihrem Beitrag wird dieser prägende Abschnitt der Geschichte von Trausnitz wieder gegenwärtig.
Die letzte Station in der Nähe der Mühle vermittelt einen Einblick in die Flora dieses einmaligen Gebietes, das durch den Silikatmagerrasen gekennzeichnet ist. Durch die Anbindung an den Goldsteig und die Nähe der Jugendherberge ist der „Naturerlebnispfad Rittersteig“ für Wanderer, Erholungssuchende und Gäste ideal. Aber auch für Einheimische gibt es sicherlich viel und auch Neues zu entdecken.















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