07.07.2019 - 13:19 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Sachsenturm ein teures Erbe

Historische Gebäude sind für einen Ort ein besonders wertvolles Erbe. Ihr Erhalt fordert jedoch einen hohen Preis.

Der Erhalt der Versöhnungskapelle und des Sachsenturms kann nicht länger hinausgeschoben werden. Für die Realisierung müssen Politik und Kirche an einem Strang ziehen. MdB Karl Holmeier (Mitte) sagte seine Unterstützung zu. Im Bild (vordere Reihe von links) CSU-Ortsvorsitzender Reinhard Schwarz, Altbürgermeister Hubert Pröls, MdB Karl Holmeier, Pfarrer Hans Spitzhirn, Bürgermeister Martin Schwandner und Kirchenpfleger Ernst Zimmerer.
von Richard BraunProfil

In Trausnitz stehen gleich drei solcher Baudenkmäler, die an die große geschichtliche Vergangenheit der kleinen Pfreimdtalgemeinde erinnern. Der CSU-Ortsverband thematisierte sie bei einer Zusammenkunft mit dem Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier.

Die Burg und die Versöhnungskapelle sind Zeugen an eine Zeit, als Trausnitz im 14. Jahrhundert ein Teil von geschichtlichen Ereignisse mit europäischer Dimension geworden ist. Der Erbfolgekrieg zwischen den Königshäusern Wittelsbach und Habsburg, der mit der Gefangenschaft Friedrichs des Schönen auf der Burg Trausnitz und der anschließenden Versöhnung endete, beeinflusste entscheidend die weitere Entwicklung des Kontinents.

Das dritte Gebäude ist der Sachsenturm aus der Zeit Karls des Großen, der als das zweitälteste Gebäude in Deutschland angesehen wird. Seine Erbauung ist auf das Jahr 794 datiert als Trausnitz noch Sachsenkirchen hieß. Dieser einstige Wehrturm diente später als Kirchenturm der alten Sachsenkirche, die wegen Baufälligkeit im 19. Jahrhundert abgerissen werden musste. Als einziges Zeugnis dieser Zeit blieb der Sachsenturm übrig, dessen markante Zinnen erst später angebracht worden sind.

Während der Erhalt der Burg bereits durch König Ludwig I gesichert worden ist, der sie in den Besitz des Königshauses überführte und die jetzt Eigentum des Freistaates ist, befinden sich der Sachsenturm und die Versöhnungskapelle im Eigentum der Kirchenstiftung Trausnitz. Der Zahn der Zeit machte auch vor diesem Gebäuden nicht Halt und eine umfangreiche Sanierung ist unumgänglich. Genau hier beginnt des finanzielle Dilemma. Der Neubau der Friedhofsmauer, der nach einem Teileinsturz notwendig geworden ist, schlug mit einer halben Million Euro zu Buche. Jetzt steht auch noch die Renovierung des Sachsenturms und der Versöhnungskapelle an, die mit rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt wird. Diese Summe übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kirchenstiftung bei Weitem, wie Pfarrer Hans Spitzhirn und Kirchenpfleger Ernst Zimmerer unisono bestätigen. Finanzielle Unterstützung von dritter Seite ist unbedingt erforderlich, um die Gebäude für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Der CSU-Ortsverband nahm in dieser Angelegenheit jetzt Kontakt zum Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier auf mit der Bitte, entsprechende Fördertöpfe zu öffnen. Auf seiner Sommer-Tour durch den Wahlkreis machte MdB Karl Holmeier jetzt in Trausnitz Station. Nachdem Pfarrer Hans Spitzhirn, Bürgermeister Martin Schwandner und der CSU-Ortsvorsitzende Reinhard Schwarz dem Abgeordneten die Sachlage geschildert hatten, vertrat auch er die Auffassung, dass der Erhalt dieser Gebäude nicht eine Aufgabe der Kirchenstiftung alleine sein kann, sondern auch die Politik und der Denkmalschutz in hohem Maße gefordert sind. „Der Erhalt der Gebäude ist von allgemeinen Interesse, deshalb müssen auch alle ihren Beitrag leisten“, ist die Erkenntnis des Abgeordneten. Alle Beteiligten hoffen, dass sich für die Finanzierung der Renovierung eine Lösung finden wird. Nur sollte dies zeitnah geschehen, da die Risse im Mauerwerk bedenkliche Dimensionen annehmen.

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