04.03.2022 - 07:05 Uhr

Treffen von Bischöfen steht im Zeichen des Ukraine-Kriegs

Wie soll es weitergehen nach den Erkenntnissen des Münchner Missbrauchsgutachtens, welche Reformen sind notwendig? Es hätte für Deutschlands katholische Bischöfe genug Gesprächsstoff gegeben bei ihrem Treffen. Doch jetzt geht es um Krieg und Frieden in Europa.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Bild: Nicolas Armer/dpa/Archivbild
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick

Deutschlands katholische Bischöfe wollten eigentlich über Reformprozesse und den synodalen Weg beraten - doch nun stellt der Ukraine-Krieg alles in den Schatten. Er dürfte das beherrschende Thema bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sein. „Natürlich, die Ukraine als Priorität wird überall dabei sein“, sagte der Gastgeber, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Die Bischöfe tagen von diesem Montag (7. März) an bis Donnerstag im oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein.

Auch wenn sich keine Lösung abzeichnet und die Kämpfe in der Ukraine sogar an Brutalität zunehmen, müsse laut nach Frieden gerufen werden, betonte Schick im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Der Ruf, dass die Aggression gestoppt und alles getan werden muss, damit die russischen Truppen sich zurückziehen, muss bleiben. Man darf sich nicht durch momentane Erfolglosigkeit davon abhalten lassen, zu sagen und zu tun, was richtig ist.“

Zu den Beratungen der Vollversammlung seien wegen der dramatischen Ereignisse in der Ukraine weitere Fachleute zu dem Thema eingeladen worden, teilte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Matthias Kopp, mit.

Erwartet wird bei der Vollversammlung auch der umstrittene Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki. Er war am Mittwoch nach fünfmonatiger Auszeit in sein Amt als Erzbischof von Köln zurückgekehrt. Er hatte nach seiner Auszeit dem Papst seinen Rücktritt angeboten, bleibt aber bis zur Entscheidung des Vatikans im Amt - und somit auch Teil der Bischofskonferenz.

Die Frühjahrsvollversammlung ist die erste Zusammenkunft der Bischöfe nach Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens. Es war zu dem Ergebnis gekommen, dass Fälle von sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt worden waren. Die beauftragten Juristen erhoben schwere Vorwürfe unter anderem gegen den emeritierten Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, dem sie vierfaches Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen vorwerfen.

Infos der DBK zu den VollversammlungenTagungsort VierzehnheiligenErzbistum Bamberg

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© dpa-infocom, dpa:220304-99-378436/2

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