31.08.2018 - 17:20 Uhr
Tremmersdorf bei SpeinshartOberpfalz

Eine Schänke mit Geschichte

Seit 1888 ist der "Wirt", wie er in Tremmersdorf einfach genannt wurde, im Besitz der Familie Vetter. Doch die Schänke gibt es schon sehr viel länger: 1432 wird sie zum ersten Mal erwähnt.

Im Hintergrund ist links neben der Kirche der alte Gasthof Vetter zu erkennen.
von Autor HEVProfil

In der Urkunde wird dem Gasthof die Ausnahme zugestanden, sein Bier auch außerhalb der Bannmeile beziehen zu dürfen. Gemäß der Tradition, dass zu einer Kirche auch immer ein Wirtshaus gehört, hatte die Tafernwirtschaft zudem das Recht, Hochzeiten und "Leichenschmauße" auszurichten.

Die Familie Vetter war Ende des 19. Jahrhunderts nach Tremmersdorf gekommen und hatte das Anwesen gekauft. 1953 übernahm der "Vetter-Toni" von seinem Vater den Bauernhof und die Gastwirtschaft. Fünf Jahre später riss er das alte Gebäude weg und ersetzte es durch das heutige. 1962 heiratete er Anna Maria Reiß von der Holzmühle. Beide führten Gastwirtschaft und Fischküche zu überregionaler Bekanntheit. Das Gasthaus bezog sein Bier ursprünglich aus Kirchenthumbach, dann vom "Scherm-Karl", aus Hof und von der Maisel-Brauerei in Bayreuth.

Seit 2003 hatte der "Vetter-Wirt" nur noch sporadisch geöffnet. Die vielen Fischliebhaber mussten auf die Spezialitäten des Hauses, Karpfen und Schleie blau, verzichten. Den Zapfhahn drehte "der Toni" aber gelegentlich noch auf. Er verstarb heuer kurz nach seinem 85. Geburtstag.

Das Wirtshaussterben auf dem Land wird in der Ausstellung "Im Wirtshaus. Historische Gaststätten im Eschenbacher Land" im Taubnschusterhaus thematisiert. Morgen, Sonntag, ist das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet, das Museumscafé hat aber geschlossen.

Zoigl-Saison beim Taubnschuster steht bevor:

Mit dem anbrechenden Herbst nähert sich der Beginn der Zoigl-Saison beim Taubnschuster. Einen Vorgeschmack darauf genossen am vergangenen Samstag die Teilnehmer am Kemnather Oldtimertreffen. In den guten Stuben und in der Remise servierten ihnen die Mitarbeiter des Heimatvereins Eschenbacher Zoigl.

Der eigentliche Saisonauftakt ist am Freitag, 21. September, mit dem Kirwa-Zoigl des Heimatvereins. Bereits am 5. Oktober ruft der CSU-Ortsverband ins Kulturzentrum.

Am 11. Oktober beginnen die „Eschenbacher Mundarttage“, die stets mit einem Umtrunk verbunden sind. Den ersten Leckerbissen dabei liefert Dieter Radl. Der Sulzbach-Rosenberger unterhält „Wäi mir da Schnowl gwaggsen is“. Seinen Ergüssen schließt sich am 18. Oktober Hans Günther Lauth an. Seine „Grenzlaute“ versteht der Wiesauer als „Selbstlaut(h)e“. Die Folge „Dichtung und Wissenschaft“ beendet am 8. November Harald Grill aus Wald im Landkreis Cham. Er stellt „Baustellen des Himmels“ vor.

Eine gute Tradition hat auch der Zoiglabend der Freien Wähler. Sie laden am 19. Oktober in den Taubnschuster. (rn)

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