15.10.2019 - 11:11 Uhr
Trevesen bei PullenreuthOberpfalz

Reitertreff in Trevesen

Seit der Weihe 1932 kommen im Oktober viele Reiter mit ihren Tieren zum Wendelinsritt nach Trevesen.

von Autor TWGProfil

Wer in den Aufzeichnungen zu den Vorhaben des Kirchenbaus in Trevesen liest, merkt, dass es die Trevesener nicht leicht hatten beim Kirchenbau und der Entstehung. Umso verständlicher wird, dass die Einwohner stolz sind auf ihr schönes Gotteshaus, das auf einer Anhöhe steht und über das Tal wacht. Nach jahrzehntelangen Bemühungen konnte die Kirche am 20. Oktober 1932 dem heiligen Wendelin geweiht werden. Seit diesem Tag gibt es auch den Wendelinsritt. Er ist in Trevesen zu einer Tradition geworden. Dafür legen sich die Verantwortlichen jedes Jahr mächtig ins Zeug.

Jeden zweiten Sonntag im Oktober ist ganz Trevesen in heller Aufruhr. An dem Wochenende vor dem Patrozinium herrscht fleißiges Treiben in dem kleinen Ort am Fuße des Steinwalds. Die Straßen werden gekehrt, die Kirche mit herrlichen Blumen geschmückt und an den Häusern werden die Fahnen gehisst. Die Ortsvereine sind ein eingespieltes Team, jeder hat seine Aufgabe, die er zuverlässig erfüllt.

Vereine helfen zusammen

Die Feuerwehr ist für die Sicherheit und Verkehrsregelung zuständig, der Förderverein tischt im Haus der Vereine auf und der Obst- und Gartenbauverein bringt das Areal vor dem Vereinsheim auf Vordermann. Der Frauenbund bereitet Kaffee und Kuchen vor, der Soldatenverein übernimmt den Ausschank und der Sportverein versorgt die Gäste mit warmen Würsten und Getränken. Für Trevesen ist der Wendelinsritt jedes Jahr etwas Besonderes, und die Bewohner freuen sich, wenn viele Besucher den Weg dorthin finden.

Bereits am Morgen feiern die Gläubigen in der Filialkirche Sankt Wendelin einen Gottesdienst. Nach dem feierlichen Einzug von Pfarrer Paul Ezenwa, den Ministranten und Kommunionhelfern erklang das Wendelinus-Lied. Text und Melodie stammen vom 1984 verstorbenen Pullenreuther Oberlehrer Wendelin Keck. Pfarrer Ezenwa ging zu Beginn des Gottesdienstes auf die Geschichte des Kirchenpatrons ein. Die Gläubigen sangen die Lieder der Haydn-Messe, und zum Schluss stimmten alle ein in "Großer Gott, wir loben dich".

Am Nachmittag gehört das Dorf den Pferden und ihren Liebhabern. In diesem Jahr kamen 78 edle Rösser und viele prächtige Kaltblüter. Begeisterung herrschte immer bei den kleinen süßen Ponys. Drei Kutschen reihten sich in den Kirchenzug ein, der von den Steinwaldmusikanten Pullenreuth angeführt wurde. Danach folgten Bürgermeister Hubert Kraus und die Gemeinderäte, der Pfarrgemeinderat sowie die örtlichen Vereine.

Langer Zug

In der Kutsche von Willi Kuhbandner aus Neusorg, die von zwei stattlichen Süddeutschen Kaltblütern gezogen wurde, nahm Pfarrer Ezenwa mit den Ministranten und Kirchenpflegerin Marina Fenzl Platz. An der Kirche angekommen, begrüßte sie die zahlreichen Gäste und bedankte sich bei allen Helfern und Spendern. Der Geistliche betete die Andacht zu Ehren des heiligen Wendelin und segnete Ross und Reiter.

Es herrschte Kaiserwetter in Trevesen. Die Reiter zogen mit ihren Pferden bei herrlichem Sonnenschein und unter dem Läuten der Glocken der Sankt-Wendelins-Kirche wieder zurück in Richtung Ortsmitte. Es war ein langer Zug, der an Hunderten von Besuchern vorbeiging. Die BRK-Bereitschaften Armesberg und Poppenreuth sowie die Feuerwehr aus Lochau übernahmen die Absicherung.Weitere Bilder: www.onetz.de/bildergalerie

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