29.09.2019 - 14:10 Uhr
Trippach bei WeiherhammerOberpfalz

Vorsicht vor ungebetenen Besuchern

Vor allem alleinstehende Senioren sind im Visier von Gaunern. Kriminalhauptkommissar Wilfried Kunze gibt im Gemeindehaus Trippach Verhaltenstipps.

An lehrreichen Beispielen machte Kriminalhauptkommissar Wilfried Kunze (vierter von links) auf kriminelle Machenschaften an Haustür und am Telefon aufmerksam.
von Johann KneißlProfil

Um das Thema Senioren und Sicherheit ging es in der zweiten Veranstaltung der Bayerischen Demenzwoche. Diese fand im Rahmen des Projektes Agil leben im Alter (ALIA) der Lars und Christian Engel (LUCE) Stiftung auch in Weiherhammer statt.

Die Bürgermultiplikatoren hatten gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der seelischen Gesundheit im Alter (SEGA), einem Kooperationspartner im Projekt ALIA, in das Gemeindehaus Trippach zu einem Vortag von Kriminalhauptkommissar Wilfried Kunze eingeladen. Dem Referenten lag der Schutz der Seniorinnen und Senioren vor Kriminalität besonders am Herzen. Die Gefahr für Diebstahl, Einbruch und Trickbetrügereien sei immer gegeben. Besonders seien alleinstehende, alte oder demente Menschen den kriminellen Taten ausgesetzt, erklärte er. Wilfried Kunze gab den Rat, fremden Personen an der Eingangstüre ein gewisses Maß an Misstrauen entgegenzubringen und diesen den Zugang zur Wohnung grundsätzlich zu verwehren.

Mit dem Enkeltrick, der vorgeblichen Bitte um ein Glas Wasser oder durch Vortäuschen einer Notlage erschlichen sich Trickbetrüger Zugang zur Wohnung und suchten dort nach Wertgegenständen und Geld. Der Kommissar schlug vor, vom Fachmann einen Türspion oder eine Türsperre einbauen zu lassen, um den Wohnbereich zu sichern. Besonders makaber seien Besuche von falschen Polizisten, die vorgeben Sicherheitsmaßnahmen tätigen zu müssen. Deshalb sei es ratsam, sofort die "110" anzurufen und sich bei der Polizei Gewissheit zu verschaffen.

Gefahren am Telefon durch Betrüger begönnen meist damit, eine Frage stellen, die mit "ja" beantwortet wird. Damit könnten Gesprächsteile zu einem Kaufvertrag zusammengeschnitten werden. Hier empfiehlt Wilfried Kunze, angebliche Vertragsabschlüsse zu widerrufen und wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Verbraucherzentralen böten dazu Musterschreiben an. Betrugsversuche lägen auch vor, wenn per Email oder per Post ein hoher Geld- oder Sachgewinn in Aussicht gestellt wird und angeblich anfallende Kosten ins Ausland überwiesen werden sollen. Eine weitere Masche seien Werbeanrufe mit Gewinnversprechen in Form eines Gutscheins, wobei die Bankverbindung abgefragt wird.

Theresa Sittl vom Projekt ALIA und Sonja Oleson vom Verein SEGA, die die Veranstaltung moderierten, ermunterten abschließend die Zuhörer, öfters "nein" zu sagen, wenn ihnen ein Anruf oder ein Besuch "spanisch" vorkommt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.