27.08.2019 - 12:32 Uhr
Tröbes bei MoosbachOberpfalz

Verbindung von Herz zu Herz

Seit 40 Jahren verbindet die Vereine aus Tröbes, den CSU-Ortsverband sowie die Kirchenverwaltung eine Freundschaft mit der Blaskapelle „Die Schlossberger“. Ein guter Grund zum Feiern.

In humorvoller Weise erinnert Chronist Max Frischholz an die langjährige Freundschaft der Tröbeser und Eslarner.
von Peter GarreissProfil

Am Wochenende wurde das Jubiläum mit einem großen Fest im und am Feuerwehrhaus Tröbes gefeiert. Zuvor trafen sich alle Beteiligten zu einem Dank- und Gedenkgottesdienst in der Dorfkirche. Pfarrer Josef Most und Pater Ferdinand aus dem Kongo, derzeit auf Heimaturlaub in Tröbes, feierten in Konzelebration den Festgottesdienst. Most freute sich über die 40-jährige Freundschaft, die beim Kriegerfest im Jahre 1979 begann. Es war zugleich der erste öffentliche Auftritt der Schlossberger. Freundschaft nannte der Geistliche als eines der wichtigsten Güter überhaupt. Sie verbinde von Herz zu Herz und von Ort zu Ort. Der Festgottesdienst wurde von den Schlossbergern unter anderem mit der Schubertmesse musikalisch umrahmt.

Nach dem Gottesdienst begrüßte Josef Schafbauer die Schlossberger und die vielen Gäste im Feuerwehrhaus und dem angebauten Festzelt. Sein Gruß galt auch den ehemaligen Festbräuten Christa Prem (1979) Erika Prem (1983), Maria Hierold (2004) und Kerstin Hofmeister (2014). Danach ließen die Schlossberg-Musikanten mit einer ersten Spielrunde ihr Können aufblitzen. Humorvoll erzählte anschließend Kapellmeister Albert Grießl von der Entstehung und Gründung der Schlossberger vor 41 Jahren, trotz vieler Hindernisse und Widerstände. „Das fing schon damit an, dass er sein Wunschinstrument, die Basstuba an der Grenzlandmusikschule Eslarn zunächst nur heimlich erlernen konnte, weil sein Vater, der als Metzgermeister und Landwirt die viele Arbeit daheim im Blick hatte, es ihm verbot: „Des Musispüln is ner wos für Bessere und Gstudierte. Du bleib` dahaam und aawa wos!“, belehrte ihn der Vater. Die ersten Jahre leitete der erfahrene Musiker Rolf Karl die blutjungen Musikerinnen und Musiker, der die Kapelle entscheidend formte. Albert Grießl blickte auch zurück, als die Kapelle in den Anfangsjahren eine Werkstatt auf dem Schlossberg benutzen musste, weil sich einige Nachbarn gestört fühlten. So ist auch der Name der Kapelle entstanden „Die Schlossberger“. In Eslarn habe es sonst noch keine Musikkapelle gegeben, die seit über 40 Jahren ununterbrochen bestehe, so Grießl.

Nach der zweiten Spielrunde der Musikanten ergriff Festredner Max Frischholz das Wort und blickte auf das Jahr 1979 zurück. „Ein Jahr erscht woa die blutjunge Musikgruppe alt, owa aufgespült homms damals scha, wie da Deifl halt: Ob Standkonzert, Festzug oder im Festzelt drinnen, begeistert woar alles, und die Festdamen woarn wei von Sinnen“, schwärmte der Tröbeser Chronist. Der damalige Vorsitzende des Krieger- und Soldatenvereins Josef Schafbauer verpflichtete die Schlossberger gleich für den Volkstrauertag. Der Kirchenplatz war voll. „Heier im November 2019 spieln die Eslarner zum 40. Male am Volkstrauertag und danach beim Wirt zum Frühschoppen werden wir ihre schönstn Stückla hörn“, freute sich Frischholz.

Er erinnerte an die weiteren Einsätze der Schlossberger 1992 (Gerätehausweihe in Tröbes), 2004 (50 Jahre Krieger- und Soldatenverein Tröbes), 2014 (das große Feuerwehr- und Dorfjubiläum und davor das Patenbitten in Rückersrieth) und alle Jahre beim Fronleichnam und dem „Kannesdoch“.

Nach dem offiziellen Teil wurde es die ganze lange Nacht zünftig. Dirigent Norbert Roßmann holte aus seinen Musikern das Letzte heraus. Und im Gesang mit Lisa Grießl kamen die Gäste ins Schwärmen. Da war der erste große Hit der Schlossberger, das Lied vom „Kleinen Flo“ zu hören und alle sangen mit. Da reihte sich ein Stück von Ernst Mosch an das Andere. Das ging von „Rosamunde“ über den „Böhmischen Traum“ bis hin zu den „Drei weißen Birken“ und dem „Egerländer Marsch“. Die Helferinnen und Helfer um Franz Feneis hatten alles vorzüglich vorbereitet und bekamen dafür einen Riesenbeifall.

Die Schlossberger mit Dirigent und Sänger Norbert Roßmann sowie Sängerin Lisa Grießl sorgen für einen musikalischen Spaziergang durch die Lieder von Ernst Mosch.
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