11.06.2018 - 18:47 Uhr
Oberpfalz

Trotz Chefsache Stillstand

Vertreter aller Fraktionen zeigen sich im Bauausschuss mit der Entwicklung in Sachen Tierheim äußerst unzufrieden. Mit dem angedachten Neubau gehe es sehr, sehr zäh voran, kritisierte zum Beispiel Josef Gebhardt.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

(vok) Während der SPD-Stadtrat den Landkreis Neustadt/WN als Problem erkannte, nahm Stefan Rank (Bürgerliste) Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ins Visier. Dieser habe den Neubau zur Chefsache erklärt. "Seitdem ist aber nichts geschehen." Und Hans Sperrer erinnerte an den Beschluss nach einem CSU-Antrag, dass dem Stadtrat in jeder Sitzung kurz über den aktuellen Sachstand berichtet werden soll. "Passiert ist nichts." Dabei seien die hygienischen Zustände im Tierheim eine Katastrophe. "Die Zeit für einen Neubau brennt auf den Nägeln."

Kommunen nicht einig

Auch Bürgermeister Jens Meyer geht es viel zu langsam. Er verweist allerdings auf Gespräche mit dem Landkreis. Man wolle die Zusammenarbeit. Aber es sei schwierig, 38 Bürgermeister unter einen Hut zu bringen. "Der Landrat bringt keine Einheit her." Aber ohne zu wissen, ob sich der Landkreis beteiligt, könne man nicht einmal die Größe des Tierheims planen, sagte Meyer. "Am einfachsten wäre es, die Bürgermeister würden ihre Aufgabe auf den Landkreis und damit den Landrat übertragen." Man wolle keinen Weidener Alleingang, betonte Gebhardt.

Der Diskussion vorangegangen war ein Antrag der Bürgerliste, die eine Reihe von Fragen beantwortet haben wollte. Die Antworten seien laut Rank teilweise eine Zumutung. So habe er sich auf die Frage, wann der angekündigte Neubau nutzbar sei, eine konkrete Aussage erwartet und nicht "Das Ergebnis der Planungen bleibt abzuwarten".

In ihren Antworten kündigte die Verwaltung ferner an, dass es in den kommenden Monaten ein neues Angebot zur Fundtierunterbringung seitens des Tierschutzvereins geben wird. Es sei von einer Erhöhung der Fundtierpauschale und Veränderungen bei der Unterbringung kranker Tiere auszugehen. Hierzu sollen, sobald die Modalitäten des neuen Vertrages bekannt sind, gegebenenfalls Gespräche mit örtlichen Tierarztpraxen und Tierkliniken geführt werden.

Inzwischen hat die Verwaltung auf Vorschlag der Abteilung für Veterinärwesen und Verbraucherschutz Kontakt zu einem Architekturbüro aufgenommen, das über die notwendige Erfahrung verfügt. Bei den Nachtragsberatungen Anfang Juli soll ein möglicher Investitionszuschuss in Höhe von 100 000 Euro bereitgestellt werden.

Betriebserlaubnis befristet

Schließlich teilt die Verwaltung noch mit, dass die Abteilung für Veterinärwesen und Verbraucherschutz bereit sei, eine neue befristete Betriebserlaubnis zu erteilen. "Bedingung ist das deutlich erkennbare weitere Voranschreiten der Bemühungen um einen Neubau."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.