02.07.2019 - 17:59 Uhr
Oberpfalz

Trumps Strategie treibt Iran zur Atombombe

Der Iran hat erstmals gegen die Auflagen des Atomabkommens verstoßen. Das haben die USA aufgekündigt. Das rächt sich nun, meint Alexander Pausch.

Der amerikanische Donald Trump (Mitte) unterzeichnete Ende Juni weiter Sanktionen gegen Iran. Neben ihm Finanzminister Steven Mnuchin (links) udn Vizepräsident Mike Pence.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
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Die Strategie von US-Präsident Donald Trump, maximalen Druck auf das Regime in Iran auszuüben, damit das Land keine Atombombe bauen kann, ist zum Scheitern verdammt. Sie führt sogar zum Gegenteil dessen, was Trumps Strategen erreichen wollen. Denn wenn das theokratische Regime überleben will, muss es nach der Atombombe greifen.

Deren Besitz ist die einzige Lebensversicherung, die Teheran bleibt. Das ist eine Lehre, die jedes Regime rund um den Globus aus der sprunghaften US-Außenpolitik ziehen muss. Für Iran gilt dies um so mehr.

Es ist der US-Regierung gelungen, Iran wirtschaftlich weitgehend zu isolieren. Das amerikanische Sanktionsregime stranguliert die iranische Wirtschaft. Zudem fordert die US-Regierung, dass Iran sein Vormachtstreben im Nahen Osten beendet. Das ist letztendlich nichts anderes als die politische Kapitulation der iranischen Führung. Dazu sind weder der moderate iranische Präsident Hassan Ruhani noch der oberste geistliche Führer, Ali Chamenei, ein Hardliner, bereit. Ihr gemeinsames Interesse ist es, zu überleben. Bisher hat Iran mit seiner asymmetrischen Antwort erfolgreich seine Karten gespielt. Die Angriffe auf die Tanker, der Abschuss der US-Drohen - die iranische Strategie baut offenbar darauf, dass Trump zwar droht, aber nicht schießt. Dies dürfte umso mehr gelten, je näher der Wahltermin in den USA rückt. Als Kriegsherr kann Trump, der wiedergewählt werden will, bei seinen Anhängern nicht punkten.

Am Ende dürfte Trump nur der Weg eines Angriffs bleiben, um Iran am Griff nach der Bombe zu hindern. Außer er kehrt zum Atomabkommen von 2015 zurück, das Irans Griff nach der Bombe erfolgreich unterbunden hatte. Der Preis den Iran dafür fordern wird, dürfte ungleich höher sein, als 2015.

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