13.03.2019 - 20:46 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Der Tugendsame

Während Ibiza und Co. schon auf dem modernen Querbaukasten vorausfahren, muss sich der Fabia noch mit der alten Plattform begnügen. Naja, wenigstens haben die Konzernstrategen den kleinen Skoda nochmals aufgehübscht. Das tut ihm gut.

Mit einem Facelift überbrückt der Skoda Fabia die zwei Jahre, bis der Nachfolger auf die Straßen rollt.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Traut man den ersten Zeichnungen, dann wird der Fabia der vierten Generation mehr denn je ein junger Wilder, einer mit einem besonderes progressiven Auftritt. Wird aber noch zwei Jahre dauern. Mit einem Facelift überbrücken die Autobauer aus Mlada Boleslav die Wartezeit.

Bestseller aus Böhmen

Mangelndes Selbstbewusstsein kann man aber auch schon dem aktuellen Modell nicht nachsagen. In 20 Jahren ist der Bestseller aus Böhmen zu einem Auto herangewachsen, auf das der Begriff Kleinwagen jetzt nicht unbedingt mehr zutreffend ist. Echt ausgereift also und mit Heerscharen von Skoda-typischen "Simply-clever"-Lösungen ausgestattet.

Skoda ist bekannt für eine Fülle von Ideen, die den automobilen Alltag erleichtern.

Die reichen vom Tickethalter und Brillenfach über eine Netztasche fürs Handy bis hin zum Regenschirm unter dem Beifahrersitz und dem Abfallbehälter in den Seitentüren. Dort finden selbst 1,5-l-Flaschen Platz. Der Kofferraum glänzt mit einem praktischen Netzpaket zur Ladungssicherung. Und da ist noch eine Hutablage, die man auch auf halber Höhe einbauen kann und so den Laderaum teilt.

Auch die Heckleuchten-Architektur ist etwas schärfer geworden.

Alles also sehr praktisch und pragmatisch, ohne großen Firlefanz. Freilich kennt auch dieser Skoda das Spiel der dynamischen Linien und scharfen Kanten, des schnittigen Aussehens und des schicken Auftritts. Mit den kess gezeichneten LED-Scheinwerfern zum Beispiel. Oder dem kraftvollen Kühlergrill. Auch Innen haben die Tschechen Hand angelegt, sehr behutsam allerdings. Trotz viel Hartplastik wirkt alles sehr wertig. Der Touchscreeen des Infotainments ist auf 6,5 Zoll gewachsen.

Kaum ein Wunsch offen

In Sachen Multimedia und Konnektivität lässt sich der Fabia auch nichts vormachen. Und in der Bedienbarkeit und Sicherheit schon gleich gar nicht. Dazu kommt in der von uns gefahrenen Style-Variante eine Ausstattung, die kaum noch Wünsche offen lässt. Es sei denn, man setzt das Häkchen noch bei LED-Licht (860 Euro), Abstandsradar (280 Euro), Rückfahrkamera (240 Euro), schlüssellosem Zugangssystem (170 Euro) und automatischer Klimaanlage. Auf die 730 Euro für das Navi kann man im Grunde verzichten, da Apple CarPlay und AndroidAuto serienmäßig an Bord sind.

Ein Liter, drei Zylinder

Die wichtigste Neuerung aber spielt sich unter der Haube ab. Skoda verzichtet auf ein Dieselaggregat und beschränkt sich generell auf ein Einliter-Motörchen in vier Leistungsstufen, aber mit Partikelfilter. In unserem Testwagen war die zweitstärkste Version mit 95 PS verbaut. Dass hier ein kerniger Dreizylinder am Werkeln ist, ist zwar hör- und spürbar, aber gar nicht einmal so unangenehm. Und die Leistung reicht allemal für den automobilen Alltag in Stadt und Land. Die fünf Gänge lassen sich präzise einlegen. Auch wenn sich der Fabia in der Praxis mehr genehmigt, als es die Normwerte versprechen: Der Skoda ist ein echter Saubermann. In Sachen Abgasreinigung holt sich der kleine Turbo im ADAC-Ecotest die Höchstpunktzahl.

Alles in allem: Wer sich für einen Skoda Fabia entscheidet, bekommt ein Auto der Vernunft. Und das ist ja nicht die schlechteste aller Tugenden.

Bildergalerie Skoda Fabia

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