22.04.2019 - 20:57 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Ukraine-Wahl: Politik braucht keine Spaßvögel

Die Ukraine wählt einen Komiker zum neuen Präsidenten. Der machte im Wahlkampf vor allem Witze über seine Gegner, politisch ist er ein Amateur. In der aktuelle Weltlage sollten aber Profis am Werk sein. Ein Kommentar von Julian Trager.

Komiker Wolodymyr Selenskyj muss jetzt zeigen, dass er auch im echten Leben Politiker sein kann.
von Julian Trager Kontakt Profil
Kommentar

Für viele ist Wolodymyr Selenskyj nur ein Clown, der sich über andere Menschen lustig macht. Seit Ostermontag ist aber auch klar, dass er der neue Präsident der Ukraine wird, gewählt von 73 Prozent. Ein sensationelles Ergebnis, vor allem wenn man bedenkt, dass der Mann mit Politik bisher nichts am Hut hatte - außer in einer TV-Comedyshow. Dort spielte der Komiker einen Politiker. Jetzt ist er es.

Das Vertrauen in Profi-Politiker ist in vielen Ländern dermaßen schlecht, dass die Menschen unerfahrene Amateure wählen. Klar, wenn ein Politiker wie Ukraines bisheriger Präsident Petro Poroschenko sich als unfähig erweist, sollte er abgelöst werden. Aber warum sollte ein Neuling die Sache besser machen? Beispiele wie Italien, Guatemala oder die USA - ja, auch deren Präsident ist ein Witz von einem Politiker - zeigen doch, dass solche Experimente nicht gelingen.

Und was will Selenskyj überhaupt? Sein Wahlprogramm war jedenfalls sehr luftig, Reden mit viel Inhalt hielt er bisher nicht. Stattdessen tourte er im Wahlkampf durchs Land und machte Witze über seine Gegner. Die Politik braucht aber keine Spaßvögel an der Spitze - dazu ist die Lage in der Welt und speziell in der Ukraine viel zu ernst.

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