20.03.2019 - 15:19 Uhr

Ungewöhnliches Jazz-Duo

Das Jazz-Highlight mit dem „Duo Lou“ bietet im Schlosssaal meditative und lyrische Musik mit starker Rhythmik, die durch verschiedenste Einflüsse geprägt ist.

Die beiden Musiker Jonas Sorgenfrei (Schlagzeug) und Felix Schneider-Restschikow (Klavier) nahmen die Gäste im Schlosssaal mit auf eine interessante Musikreise. Bild: weu
Die beiden Musiker Jonas Sorgenfrei (Schlagzeug) und Felix Schneider-Restschikow (Klavier) nahmen die Gäste im Schlosssaal mit auf eine interessante Musikreise.

Die Konzertbesetzung mit Klavier und Schlagzeug ist nicht alltäglich und erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Was das "Duo Lou" präsentierte, war ein Konzert mit meditativen, aber auch aufwühlenden Motiven. Ein Konzert, bei dem die Zuhörer auf eine Reise durch die Vielzahl von gesammelten Einflüssen der beiden Musiker mitgenommen wurden. Die Leiterin der Musikschule, Barbara Nutz, stellte die beiden Musiker Jonas Sorgenfrei (Drums) und Felix Schneider-Restschikow (Piano) vor und freute sich über den Auftritt von Jonas an dem Ort, an dem er vor 20 Jahren in der Musikschule seine ersten Versuche mit den Drumsticks machte.

Rhythmisch und meditativ

Die beiden Musiker von "Duo Lou", die sich 2018 als Jazz-Duo gegründet haben, lernten sich durch das gemeinsame Studium an der Hochschule für Musik in Würzburg kennen und stehen mittlerweile mit einer Vielzahl an musikalischen Projekten auf der Bühne. Ihre Musik, in der unter anderem die Teile des Lebensbaums beschrieben werden, ist rhythmisch betont, meditativ und lyrisch im aktuellen Zeitgeist verankert und durch verschiedene Einflüsse der beiden Musiker geprägt. Die Titel "Malkuth", "Jesod" und "Hod", die sich auch auf der CD "Dreams of a Little Bird" befinden, beschreiben musikalisch die Bereiche des Lebensbaums, angefangen von den Wurzeln, die sich in die Erde graben, bis zur Krone, die sich zum Himmel erstreckt.

Schlagzeuger Jonas Sorgenfrei, der aus Neunburg stammt, zeigte, wie kreativ man auf Becken und Schlagzeug leise und laute Töne erzeugen kann. Mit Sticks, Jazzbesen oder mit der Hand bearbeitete er das Schlagwerk, wie man es selten sehen kann. Russische Einflüsse wurden bei "Leschijs Tanz" hörbar. Felix Schneider-Restschikow, der Komponist, aus dessen Feder alle Werke stammen und der auch durch das Programm führte, erklärte, dass "Leschij" ein Waldgeist aus der russischen Mythologie sei, der den Wald beherrscht. Mit welcher Wucht "Leschij" sich ausdrückt, wurde den Gästen musikalisch vorgeführt. Dass er auch in der klassischen Musik zu Hause ist, bewies der experimentierfreudige Pianist bei einem Höhepunkt des Konzerts, der Bearbeitung des türkischen Marsches von Wolfang Amadeus Mozart. Schneider-Restschikow hat das Stück mit dem in der türkisch- arabischen Musikwelt vorherrschenden Rhythmus und 9/8-Takt unterlegt und modern interpretiert, wobei das Originalmotiv in Ansätzen immer wieder durchklang.

Locker "gejammt"

Auf seine musikalischen Anfänge an der Neunburger Musikschule mit Musiklehrer Simon Brunner wies Sorgenfrei hin. Mit Felix habe er zunächst im Wohnzimmer locker "gejammt". Dadurch und durch die Komposition des Lebensbaum-Zyklus entstand die Idee, diese besondere Kombination von Klavier und Schlagzeug auf CD aufzunehmen. Bei Studiendirektor Ludwig Pfeiffer vom Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach (OGO), wo Jonas sein Abitur abgelegt hatte, fand er sofort Gehör und konnte dort die CD aufnehmen. "Das hat uns viel Geld gespart", dankte Jonas Sorgenfrei der Schule und überreichte stellvertretend an Monika Krauß eine CD, die auch käuflich erworben werden kann. Mit der Titelkomposition der CD, "Dreams of a little bird", endete ein furioses, Aufsehen erregendes Konzert, das die Besucher begeistert aufnahmen. Natürlich gab es mit einem Balkan-Gipsy-Klezmer Stück eine Zugabe. Das Konzert wurde von dem bekannt leckeren Buffet vom Förderverein der Musikschule abgerundet.

 
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