Von Amazon kommen die Päckchen nicht, dennoch weiß der Konzern, dass es diese ungewollten Lieferungen gibt. In den Paketen sind häufig billige Produkte, aber auch schon mal ein Smartphone. Die Qualität lässt aber darauf schließen, dass es sich um "Schrott-Produkte" handelt.
Verschickt werden die Pakete wohl von "Marketplace-Händlern", die Amazon als Plattform nutzen und dort ihre Produkte anbieten. Daher auch der Versand im Amazon-Karton, aber ohne Lieferschein, ohne Rechnung, ohne Abbuchung. Andere Kunden sollen unverlangt und kostenlos ein Fernglas, eine Kamera, eine Mausefalle und Sexspielzeug bekommen haben.
„Die Pakete kommen nicht von Amazon selbst, sondern über den separaten Marketplace, auf dem sich tausende Händler tummeln“, erklärte die Verbraucherzentrale. Eine Vermutung sei, dass Händler auf diese Weise ihre Artikel im Verkaufs-Ranking von Amazon höher positionieren wollen. Aber damit ist wohl rasch Schluss.
Amazon betonte am Dienstag: „Wir gehen jedem Hinweis von Kunden nach, die unaufgefordert ein Paket erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt.“ Und: „Verkäufer, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, werden gesperrt, die Zahlungen werden zurückgehalten und wir leiten entsprechende rechtliche Schritte ein.“
Die betreffenden Händler hätten weder Namen noch Adressen oder gar Kontodaten von Amazon erhalten. Was diese Händler damit bezwecken wollen, ist nicht ganz klar. Vielleicht hoffen sie auf eine Verkaufssteigerung durch die ungewollten "Testkunden". Für Amazon entsteht dadurch ein nicht unerheblicher Image-Schaden.
Die gute Nachricht: „Wer unverlangt Pakete von Händlern erhält, muss sie nicht aufbewahren“, so die Verbraucherzentrale. Die Empfänger könnten sie einfach benutzen oder wegwerfen. „Auch eine beiliegende Rechnung muss selbstverständlich nicht bezahlt werden.“













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