In normalen Jahren hätte in diesen Tagen im Unterauerbacher Pfarrheim der traditionelle Kinderfasching stattgefunden. Bei schmissiger Musik, witzigen Spielen und gemeinsamen Tänzen hätten sich die jungen Auerbachtaler einen kurzweiligen Nachmittag gemacht. In Pandemiezeiten ist das alles nicht möglich, aber die faschingsbegeisterten Kinder und ihre Mamis wollten nicht so ganz auf die fünfte Jahreszeit verzichten und zeigten sich erfinderisch: Sie luden kurzerhand zu einer Outdoor-Veranstaltung ein, den "Kinder-Kunst-Fasching".
Warum "Kinder-Kunst-Fasching"? Dazu muss man noch einen anderen Hintergrund kennen: Wer in den letzten Wochen und Monaten aufmerksam durch Unterauerbach gefahren oder gegangen ist, dem ist vermutlich nicht entgangen, dass gegenüber dem dortigen Dorf-Wirtshaus in der Neunburger Straße eine schöne, neue, große Plakattafel angebracht worden ist. Gesponsert wurde sie aus dem Regionalbudget der ILE Brückenland-Böhmen-Bayern. Auffallend war allerdings auch, dass dort durch die aktuelle Situation derzeit fast keine Plakate hängen. Kein Wunder, wenn es doch auch so gut wie keine Veranstaltungen gibt. Normalerweise - das war auch den Kindern aufgefallen - hängen um diese Jahreszeit vor allem viele bunte Plakate, mit Hinweisen und Einladungen zu Faschingsbällen, maskierten Gruppenstunden oder Faschingsumzügen. Eine neue Plakatwand, aber kaum Plakate und nun sollte auch noch der Fasching ausfallen. Das sollte und durfte nicht sein.
Das jedenfalls beschloss der Unterauerbacher Faschingsnachwuchs. Beides, so ihre Überlegung, musste sich ändern. Endlich sollte es Plakate für die Plakattafel geben, schöne, farbige und kunterbunte Motive und es sollte auch ein bisschen Faschingsstimmung im Dorf aufkommen.
Katrin Obendorfer nahm die Sache in die Hand und lud alle interessierten Kinder ein, Poster unter dem Motto "Kinder-Kunst-Fasching" zu gestalten und damit die Plakattafel zu gestalten - ein echter Farbtupfer und Hingucker mitten im Ort. In einer zünftigen Polonaise, die wegen der notwendigen Abstände etwas länger ausgefallen ist, wurden die Kunstwerke unter den Klängen der bekannten Faschingshits wie "Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse" vom Feuerwehrhaus zur Plakatwand gebracht. Und es versteht sich von selbst, dass die jungen Künstler maskiert waren, denn schließlich ist jahreszeitlich eben doch die fünfte Jahreszeit. So zogen Prinzessinnen, Clowns, Frösche, Piraten, Feuerwehrmänner und andere närrische Gestalten zur närrischen Kunstaktion. Kräftige "Awa- helau!"-Rufe durften dabei nicht fehlen.
Und dann entstand aus einer völlig kahlen Plakattafel ein tolles, buntes Faschingskunstwerk mitten in Unterauerbach, das in den nächsten Wochen die Unterauerbacher, aber auch alle vorbeifahrenden Gäste erfreuen soll. Die Älteren unter den Faschingsfans hatten auch noch ein bisschen getextet und kleine Reime an die Tafel geheftet wie "Trotz Corona weit und breit, feiern wir die Faschingszeit!" oder "Ob Sonne, Schnee, ob Regen, Fasching ist ein wahrer Segen!". Bürgermeister Franz Grabinger hatte sich auch unter die kunstbegeisterten Maschkerer gemischt, freute sich über diesen Fasching der anderen Art und die obligatorischen Faschingskrapfen mitgebracht.
Unter dem Strich lässt sich festhalten: Der Fasching lebt auch während der Pandemie, wenn auch anders. Und mit etwas Kreativität kann man eine Faschingsgaudi wie eh und je haben.















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