28.07.2020 - 19:06 Uhr
MünchenOberpfalz

Was Urlauber beachten sollten, wenn eine Reise ansteht

Was ist, wenn der Landkreis, in dem man lebt, als Risikogebiet eingestuft wird? Expertinnen von ADAC und Verbraucherzentrale geben Tipps.

Strandkörbe stehen am Strand von Westerland auf Sylt in Schleswig-Holstein. Derzeit brauchen dort Einreisende aus dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau einen negativen Coronatest.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Für Menschen aus Risikogebieten gilt in gewissen Bundesländern eine entsprechende, dort geltende Verordnung. Laut ihr dürfen etwa Urlauber aus dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau nur noch mit Einschränkungen in gewisse Länder einreisen. Doch was ist, wenn der Landkreis, in dem man gemeldet ist, als Risikogebiet ausgewiesen wird? Besteht die Möglichkeit, kostenfrei von einer gebuchten Reise zurückzutreten? Eine Reiseexpertin vom ADAC und eine Referentin für Verbraucherrecht liefern Antworten - und treffen unterschiedliche Aussagen.

"Sobald Bundesländer Einreiseverbote für Menschen aus bestimmten Regionen verhängen, kann man kostenlos umbuchen oder stornieren", sagt Heike Kaufmann, die den Reisevertrieb beim ADAC leitet. "Ich muss mich identifizieren, dass ich aus dem jeweiligen Landkreis komme", sagt sie. Das könne etwa per Kopie des Personalausweises erledigt werden. Wer eine Reise stornieren oder umbuchen möchte, tut das dort, wo die Reise gebucht wurde. Wer dennoch verreisen möchte: Der in gewissen Bundesländer benötigte Coronatest dürfe nicht älter als 48 Stunden sein, meint Kaufmann.

"Das kann man nicht pauschal für jede Reise beantworten", sagt hingegen Julia Zeller, Referentin für Verbraucherschutz bei der Verbraucherzentrale. Sie sagt, es sei nicht generell eine kostenfreie Umbuchung oder eine Stornierung einer Reise möglich - es sei eine Einzelfallentscheidung. Sie hat Tipps:

Das kann man nicht pauschal für jede Reise beantworten.

Julia Zeller, Referentin für Verbraucherschutz

  • Jeden, den es betrifft, solle mit dem Reiseveranstalter oder dem Anbieter in Verbindung treten, um zu schauen, ob es eine gemeinsame Lösung gibt
  • Jeder, der vorhat, eine Reise zu buchen, solle vorab klären, etwa welcher Tarif gewählt wird (etwa, ob bei der Buchung einer Individualreise die Möglichkeit der Stornierung des Zimmers kostenfrei mit enthalten ist) - das gelte etwa auch für Flüge oder Bahnfahrten.
  • Jeder hat Rechte, geregelt etwa im Bürgerlichen Gesetzbuch: Dort gibt es etwa die Formulierung: "Keine Entschädigung steht dem Reiseveranstalter zu, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise (...) erheblich beeinträchtigen". Ist dies der Fall, könne laut Zeller etwa kostenfrei vom Vertrag einer Pauschalreise zurückgetreten werden. Eine Reisewarnung kann laut Zeller zum Beispiel ein Indiz für einen außergewöhnlichen Umstand sein.
  • Bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter der Ansprechpartner. Bei Individualreisen solle man bedenken, dass etwa der Fluganbieter und der Anbieter der Unterkunft separat kontaktiert werden müssen - "eventuell können neue Angebote gemacht werden", meint Zeller.
  • Bei Reisen im Ausland: Es könne sein, dass dort das deutsche Recht nicht anwendbar ist. Auch hierfür rät Julia Zeller, Kontakt mit dem Reiseanbieter aufzunehmen.

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