04.11.2019 - 17:12 Uhr
UrsensollenOberpfalz

50 Jahre Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach

Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach feiert 50-jähriges Gründungsfest. Käferbefall, Schnee- und Windbruch machen den Waldbesitzern zu schaffen. Doch der Blick in die Zukunft bleibt optimistisch.

Forstbetriebsgemeinschaft-Geschäftsführer Uli Hausmann (links) und Vorsitzender Gerhard Gradl (Zweiter von rechts) präsentierten Staatsminister Albert Füracker (rechts) und Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz auf dem Kubus-Vorplatz den Forstmaschinen-Park.
von Autor GFRProfil

FBG-Vorsitzender Gerhard Gradl erinnerte gemeinsam mit seinem Geschäftsführer Uli Hausmann daran, dass 1969 im Landkreis Amberg-Sulzbach zwei Waldbesitzervereinigungen, die WBV Amberg, später die Forstbetriebsgemeinschaft Amberg, und die FBG Hirschau, später die FBG Schnaittenbach, gegründet wurden. 2003 fusionierten sie zur Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach.

Während in den Anfangsjahren die Büroarbeit noch Zuhause erledigt worden sei, konnte die FBG im Jahr 2000 die Geschäftsstelle am Gailoher Weg 1 beziehen, wurde im gleichen Jahr PEFC-zertifiziert, betrieb ab 2004 und 2006 zwei Heizwerke in Ensdorf und Amberg und beschäftigt aktuell sieben Mitarbeiter. Dabei betreut die FBG nicht nur den Wald ihrer Mitglieder und vermarktet das Holz, sondern organisiert auch Motorsägen-Kurse, Betriebsbesichtigungen, Exkursionen und Info-Stände.

Mit Forstpflanzen, wie Elsbeere, Libanon- oder Atlas-Zeder, Schwarzkiefer, Mammut- und Lebensbaum, die dem Klimawandel am besten trotzen, bedankten sich Gerhard Gradl (links) und Uli Hausmann (rechts) bei Ludwig Reich (Zweiter von rechts) und Andreas Flierl. Beide hatten in den Gründerjahren Verantwortung in den Forstbetriebsgemeinschaften Amberg, Oberes Vilstal und Schnaittenbach übernommen.

Wichtiger Zusammenschluss

Mit der Anzahl der Mitglieder, aktuell 2245, und deren Waldfläche sei es in all den Jahren nur aufwärts gegangen, aber bei den vermarkteten Holzmengen seien die Spitzenwerte aus den Jahren 2013 und 2014 leicht eingebrochen. "Derzeit laufen wir hinter den Kalamitäten her", so Uli Hausmann, sei es Schneebruch, Windbruch oder der Käferbefall. Optimistisch dennoch der Ausblick in die Zukunft: "Wir streben einen funktionierenden Waldumbau an, hoffen auf stabile Holzpreise, weniger Kalamitäten und vor allem unfallfreie Waldarbeiten."

Der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker unterstrich, dass die FBG mit rund 2300 Mitgliedern und einer Waldfläche von fast 24000 Hektar der größte Waldbesitzerzusammenschluss der Oberpfalz sei. Der Wald liefere als Wirtschaftsraum den umweltfreundlichen Rohstoff Holz, sei aber auch unverzichtbar für die Erholung der Bürger, außerdem der größte CO2-Speicher und diene damit dem Klima- und Artenschutz.

Hoher Schaden durch Käferbefall

"Bei uns sterben die falschen Insekten", meinte Füracker, der Borkenkäfer verursache in Bayern in diesem Jahr gut sechs Millionen Festmeter Schadholz. Wenn durch den Borkenkäfer Waldflächen verloren gehen, sei das die Chance, mit klimatoleranten Mischwäldern aufzuforsten. Die Holzmarktsituation sei extrem angespannt, betonte der Finanzminister, denn die Unmengen von Kalamitätsholz müssten abgearbeitet werden, ostbayerische Sägewerke seien regelrecht "überschwemmt" und eine kostendeckende Aufarbeitung sei mittlerweile fraglich, vielfach existenzbedrohend für den Waldbesitzer. Die bayerische Staatsregierung bezuschusse Schadensbewältigung und klimafreundlichen Umbau der bayerischen Waldflächen im Haushalt 2019 mit mehr als 30 Millionen Euro, 2020 mit mehr als 40 Millionen.

Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbands, Josef Ziegler, meinte, das FBG-Jubiläum falle in eine für den Wald schwierige Zeit. Wetterextreme hätten in Europa in den letzten beiden Jahren rund 200 Millionen Festmeter Schadholz erzeugt, mit der Folge, dass der Holzmarkt eingebrochen sei. Die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse stünden vor großen Herausforderungen. "Die Sparkasse Wald und der Wert der Holzkonten sind in Jahrzehnten angewachsen, aber wir müssen alles dafür tun, dass der Klimawandel diese Konten nicht leer räumt. Wir Waldbesitzer produzieren den wichtigsten nachwachsenden Rohstoff der Zukunft", sagte Ziegler. In Wäldern entstehe saubere Luft, sauberes Wasser. Der Wald sei Lebensraum für unzählige Arten und "unser Erholungsraum". Josef Wutz, oberpfälzer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes, betonte, dass der Import von fossilen Brennstoffen im Wert von 80 Milliarden Euro in Deutschland "absoluter Unsinn" sei. "Unser CO2-neutraler Energieträger Holz verrottet im Wald."

Leitender Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht unterzeichnet die Kooperationsvereinbarung zwischen der FBG und dem AELF.

Große Herausforderungen

Der Klimawandel und seine Folgen, auch der demografische Wandel, erklärte leitender Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht, Leiter des örtlichen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), sei für die Forstwirtschaft eine große Herausforderung, die nur im engen Schulterschluss von Forstverwaltung, Verbänden und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen gemeistert werden könne.

Zusammen mit ihren Mitgliedern, Geschäftspartnern, dem Bauernverband und Vertretern der Kommunen im FBG-Einzugsbereich feierte die FBG im Kubus in Ursensollen ihren 50. Geburtstag.

 

 

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