1890 von Sebastian Fromm gegründet, ist seit 69 Jahren die Familie Erras verantwortlich dafür, das Urbairische, das zünftig Deftige und freilich auch das Liebevolle und Harmonische an Erlheim zu erhalten. Vor dem vielerorts beklagten Wirtshaussterben braucht sich auch die dritte Generation der Wirtsleute nicht fürchten.
Den Bockbieranstich nahm heuer der hauseigene Brauers Alfred Gaisbauer vor. Der 75-Jährige ist praktisch die Schaumkrone des Gasthofs. Daheim in Zant braut der Meister nämlich schon seit 1991 sein eigenes Bier in all seiner Vielfalt. Fasziniert von den Elementen, die durch den Zoigl-Stern dargestellt werden, kann und will er einfach sein Steckenpferd nicht ruhen lassen. Wasser, Feuer, Luft, Hopfen, Malz und Hefe – diese Alchemie wollte er Manfred Erras näherbringen und der Wirt nahm dankend an.
An das genaue Datum können sich die zwei Herren sehr gut erinnern: Am 29. September 2009 wurde das erste Zoigl am Erlhof gebraut. „Gar süffig war's“, erinnern sich Stammgäste.
Im Mittelalter aber waren der gute Geschmack und die Gesundheitsverträglichkeit reine Glückssache. Schmeckte ein Bier, so wurde das sogleich als Tat Gottes gepriesen. Daher auch der Spruch: "Hopfen und Malz, Gott erhalt's." Denn wie wichtig Hefe für den Gärprozess ist, war noch unbekannt. Mittlerweile ist die Rezeptur des Oberpfälzer Zaubertrunks festgelegt, Gaisbauers Nachfolger Markus Ertel kennt sie auch schon auswendig. Fast skandalös und ein gefundenes Fressen für Norbert Neugirg: Der Jungbrauer ist gebürtiger Franke, der immer noch dort wohnt. Aber weil der Wirt ihm diesen angeborenen Fauxpas verzeiht und ihm voller Vertrauen das Brauen überlässt, kann auch der gemeine Bürger ein Auge zudrücken.
Die Aufgaben sind gerecht nach Alter verteilt. Alfred Gaisbauer schaut nur noch zum Spindeln vorbei und um die Temperatur zu messen. Wo Muskelkraft eingesetzt werden muss, übernimmt seit fast einem Jahr sein Nachfolger. „Und die Judith, der Manne und der Fredl füllen am Ende den Gerstensaft in die Flaschen“, erklärt Markus Ertel die Zusammenarbeit von Wirtsleuten und Brauer. Drei verschiedene Malze, 7,6 Prozent Alkohol und einen Stammwürzegehalt von 18,4 kennzeichnen den diesjährigen Jubiläums-Bock.
Beim Bockbieranstich belustigte der Gstanzlsänger Erdäpfekraut aus der Holledau die Gäste von nah und fern mit seinen gemeinen Reimen. Verschont blieb niemand. „Und doa hod oana an roadn Pullover, i kons goar niad versteh, etz frog i d'Prominenz: Is des der Tisch vo der SPD?“ Musikalisch begleitet wird Hubert Mittermeier von den ortsansässigen Salleröder Buam.
















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