Lebensmittelchemiker, Wissenschaftsjournalisten und Sachbuchautor Udo Pollmer, als Referent zu Gast in Ursensollen, ist für kritische und umstrittene Aussagen zur Ernährung bekannt. Das war bei den Landfrauen nicht anders, denn Pollmer ist kein Verfechter der sogenannten gesunden Ernährung. Er sagt: "Essen muss bekömmlich sein."
Bekömmlichkeit zählt
Dass er von einheitlichen Vorschriften und Empfehlungen zur Ernährung wenig hält, ließ er in seinem gut eineinhalbständigen Vortrag nicht nur einmal anklingen. Seine Erkenntnisse basieren auf wissenschaftlichen Studien, die er geprüft und eingeordnet hat. Sein Fazit: Grundlegend für die Auswahl dessen, was Menschen zu sich nehmen, sollte die Bekömmlichkeit sein, "denn Unbekömmliches kann nicht gesund sein. Und weil jedem Menschen etwas anderes schmeckt bekommt, sind pauschale Empfehlungen obsolet, wenn nicht gar riskant." Pollmer will mit seinen Thesen vor allem Diät-Gläubige und Gesundheitsapostel provozieren.
"Jeder Mensch ist anders und verträgt damit auch etwas anderes", betont der Experte. Jedes Land habe andere Ernährungsgewohnheiten, und auch jede Zeit habe die ihren: Viel Fleisch war In den 60ern gefragt, in den 70ern wurde Körnernahrung als besonders gesund gepriesen und heute bräuchte man einen Kuhmagen, um den vielen Salat verdauen zu können. Stichwort Kopfsalat: Der hat laut Pollmer den gleichen Nährwert "wie ein Papiertaschentuch in einem Glas Wasser. Wenn Sie Salat wegen der Vitamine essen wollen, nehmen Sie bitte Fleischsalat."
Die Verbundenheit der Landfrauen zu Ursensollen lobte Bürgermeister Franz Mädler. Wolf-Rüdiger Wicht, der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, würdigte die Arbeit der Frauen, "damit unsere Heimat lebens- und liebenswert bleibt". Er gab einen kurzen Anriss über Neuigkeiten aus dem Amt und wies auf den neuen Lehrgang in der Hauswirtschaftsschule hin.
Thema Volksbegehren
Kreisobmann Peter Beer, der mit Ehrenkreisobmann Franz Kustner und BBV-Geschäftsführer Thomas Bayerl gekommen war, forderte Solidarität für die Betriebe, die noch Anbindehaltung haben. Auch sie müssten künftig ihr Auskommen haben. Mit Blick auf das Volksbegehren sagte er, "Rettet die Bienen" sei auch für Landwirte ein wichtiges Thema: "Wir haben dazu bereits einen großen Beitrag geleistet, aber ich vermisse den der Bevölkerung." Es könne nicht sein, dass man einseitig die Landwirte mit Verboten belege.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.