13.12.2019 - 10:59 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Feuerwehr Ursensollen setzt auf Akku und Hydraulik

Als eine der ersten Feuerwehren im Landkreis bekam Ursensollen vor knapp zwei Jahren einen Akku-Rettungssatz. Im Video erklärt Kommandant Thorsten Michel, was er an der neuen Technologie schätzt und zeigt die Geräte im Einsatz.

Die Feuerwehr Ursensollen setzt auf Akku und Hydraulik.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Ein Mensch ist nach einem schweren Unfall in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr wird alarmiert und die Helfer rücken aus, um den Verletzten zu befreien. Bei solch einem Szenario kommen häufig Spreizer, Zylinder oder Schneidgerät zum Einsatz. Die meisten Feuerwehren haben dafür einen hydraulischen Rettungssatz.

Im Umgang damit sind viele Handgriffe nötig. Stromerzeuger und Hydraulikpumpenaggregat müssen gestartet, die Schläuche abgewickelt und angeschlossen werden. Eben diese können jedoch zur Stolperfalle werden, in manchen Situationen reicht auch ihre Länge nicht aus. Dann müssen die Feuerwehrleute das Aggregat zur Einsatzstelle schleppen. Die Feuerwehr Ursensollen kann seit knapp zwei Jahren auf eine Alternative zurückgreifen.

Sie hat zusätzlich zu ihrem hydraulischen Rettungssatz auch einen akkubetriebenen. „Wir sind froh, dass wir einen der modernsten Rettungssätze in Dienst stellen durften“, erzählt Erster Kommandant Thorsten Michel. Der funktioniert nicht schlauchgebunden, sondern mit Akku-Technologie und ist „mindestens genauso stark“. Michel erklärt: „Die Akkus sind mittlerweile so gut, dass sie einen kompletten Einsatz locker überstehen.“ Der Hersteller, die Firma Lukas, verspricht eine Laufzeit von rund 60 Minuten. Die Akkus sind nicht integriert, sondern abnehmbar und damit leicht zu wechseln. Für den Notfall gäbe es einen Ersatz-Akku und ein Netzteil, dann müsste das Gerät eben angesteckt werden, um dauerhaft mit Strom versorgt zu werden.

Für Michel liegen die Vorteile des akkubetriebenen Rettungssatzes auf der Hand. „Damit lässt es sich viel freier, flexibler und schneller Arbeiten.“ Verzichten könne die Feuerwehr jedoch auch auf den Hydraulik-Satz nicht. „Beide Rettungssätze ergänzen sich, sie sind auf verschiedenen Fahrzeugen und werden auch parallel eingesetzt“, sagt der Kommandant. Zum Beispiel, um ein Dach schneller abnehmen zu können, oder gleichzeitig Fahrer und Beifahrer zu befreien.

Eine besondere Schulung hätten die Ursensollener Feuerwehrleute für die neuen Geräte nicht gebraucht. „Die Arbeitsweise ist fast gleich“, sagt Thorsten Michel. „Aber man merkt den Frauen und Männern im Einsatz an, dass sie mit dem Akku-Rettungssatz agiler sind.“ Beim Gewicht gäbe es kaum Unterschiede. Weil der Antrieb direkt an den Akku-Geräten hängt, seien die etwas schwerer. Dafür hänge kein Schlauch und kein Pump-Aggregat daran. Auch der Wartungsaufwand sei geringer. Die hydraulischen Schläuche müssten, wenn sie beschädigt oder geknickt sind, ausgetauscht werden.

Mindestens 15.000 Euro koste ein akkubetriebener Einsteiger-Rettungssatz. Bis Anfang des Jahres wurden die Akku-Geräte jedoch nicht vom Freistaat Bayern gefördert. Michel: „Die haben jetzt aber auch erkannt, dass das die kommende Technologie ist.“

Serie Feuerwehren im Video

Feuerwehren im Landkreis bekommen ein solches "fliegendes Auge"

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