21.05.2019 - 18:12 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Nach der Flohmarkt-Premiere in Ursensollen: Schon 100 Interessenten für 2020

Ob Hirschgeweih, ausgestopfter Marder, Moped-Oldie oder Posaune - alles findet seine Abnehmer. Die Premiere mit Ramsch und Grusch auf Ursensollens Straßen wird zum Renner. Und sie ruft nach einer Neuauflage.

Was Speicher, Keller, Garagen oder sonstige häusliche Stauräume so hergeben – in Ursensollen kam all das und noch viel mehr auf den Tisch. Und sehr viel davon fand reißenden Absatz.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

"Es war ein Supererfolg", kommt Alois Lehmeier regelrecht ins Schwärmen - auch noch am zweiten Tag nach dem ersten Ursensollener Garagen-Flohmarkt. Die ganze Sache wurde am Sonntag zum großen Hit mit der Schnäppchenjagd mitten im Dorf. Nicht zuletzt trug das Wetter mit zum Gelingen bei. Dass er mit seiner Idee einen großen Wurf landen könnte, davon war Lehmeier nach Wochen der Vorarbeit im Endspurt schon überzeugt.

Nachschub geholt

Schließlich hatten sich über 50 Familien bei ihm gemeldet, die teils mit eigenen Ständen, teils mit gemeinschaftlich betriebenen Tapeziertischen alles feilboten, was daheim überflüssig geworden war. Einige von denen, die als Händler Neuland beschritten, waren vom Ansturm und Kaufrausch derart angetan, dass sie wiederholt Nachschub aus den eigenen vier Wänden holten, um auch das noch los zu werden, von dem man sich eigentlich vielleicht erst später mal hätte trennen wollen.

Und was da alles zusammenkam: Gläser, Krüge, Porzellan, Spielsachen, Klamotten, Schuhe, Bilder, CDs und Bücher. Aber auch Exoten waren vertreten, wie ausgestopfte Marder und Eichelhäher, Reh- und Hirschgeweihe. Wie die sprichwörtlich warmen Semmeln gingen Musikinstrumente weg von den Tischen in Höfen und Garagen: Posaunen, Quetschn, Gitarren wechselten quasi im Handumdrehen die Besitzer. Und Alois Lehmeier wusste von einem Moped-Oldtimer: "Der hätte sich auch zehnmal verkaufen lassen."

Über 100 Familien

Premiere also gelungen. Schon kreisen die Gedanken um eine Wiederholung 2020. "Inzwischen haben sich über 100 Familien interessiert gezeigt", sagt der Organisator, der sich darüber ebenso freute wie über die Unterstützung durch drei Helfer aus den Reihen der Freien Wähler. Ohne deren Zutun wäre das Ganze kaum zu schultern gewesen. Eine der Erkenntnisse, die er auch zog, betrifft die Verpflegung der Gäste: "Da ist sicher mehr zu leisten." Was ihm noch wichtig erscheint, ist der Umweltgedanke: "Wenn man sich überlegt, was da alles auf Wertstoffhöfen gelandet wäre und jetzt neu genutzt wird."

Getragen, aber noch gut in Schuss: Auch Schuhe aus zweiter Hand gehörten zum Sortiment. "Was da alles nicht auf dem Wertstoffhof gelandet ist...", sinniert Flohmarkt-Organisator Alois Lehmeier.
Standl-Straße als Drive-in:

Parkplätze nicht genutzt

Fast wie im Drive-in bei großen Schnell-Restaurants: Wenn es überhaupt einen Ansatz von Kritik bei Flohmarkt-Initiator und -Organisator Alois Lehmeier gibt, dann den: „Dass die Leute ihre Autos erst gar nicht auf den Parkplätzen des nahe gelegenen Kubus abstellten. Sie fuhren mit ihren Wagen in unsere Standl-Straßen hinein, machten kurz Schnäppchenkäufe und waren auch schon wieder weg.“ Noch etwas ist dem pensionierten Polizeibeamten aufgefallen, der den ersten Garagen- und Höfe-Flohmarkt in Ursensollen akribisch vorbereitet hatte: „Die ersten Käufer – das waren Profis auf diesem Gebiet, die sich selbst für die nächsten Märkte eingedeckt haben – standen bereits um 8 Uhr auf der Matte.“

Da seien die meisten Anbieter im Dorf erst beim Aufbau gewesen. Dass dies überwiegend keine Ursensollener waren, daran störte sich Lehmeier nicht. „Euro ist Euro, egal wer für die Ware bezahlt.“

Premiere: Erster Garagenflohmarkt in Ursensollen

Ursensollen
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