28.08.2019 - 17:43 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Nach der Flucht das Wiedersehen und die große Liebe

Ursula und Rudolf Frenzel feiern eiserne Hochzeit. Beide kennen sich aus der gemeinsamen Schulzeit in Oberschlesien.

Bürgermeister Franz Mädler gratulierte dem Jubelpaar Ursula und Rudolf Frenzel (von links) zum 65. Hochzeitstag.
von Autor UAProfil

65 gemeinsame Ehejahre - eiserne Hochzeit - feierten Rudolf und Ursula Frenzel aus Ursensollen. Bürgermeister Franz Mädler gratulierte und überbrachte Glückwünsche der Gemeinde sowie von Landrat Richard Reisinger. Beider Geschichte begann in Oberschlesien. Rudolf Frenzel, am 12. Januar 1930 in Leisnitz geboren, und Ehefrau Ursula, am 5. Dezember 1933 in Leobschütz, kannten sich aus der Volksschule in Leisnitz. Nach der Flucht kamen beide Familien zufällig nach Theuern.

Das Paar traf sich hier und verliebte sich, das war 1950. Seitdem sind beide unzertrennlich. Am 15. August 1954 gaben sie sich das Jawort im Standesamt Theuern. Tags drauf folgte die kirchliche Trauung. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor, und vier Enkel folgten. Rudolf Frenzel besuchte nach seinem Volksschulabschluss die Lehrerbildungsanstalt in Graudenz (Westpreußen).

Als 15-Jähriger wurde er vertrieben und flüchtete quer durch ganz Deutschland in den Harz. In dieser Zeit verlor er den Kontakt zu den Eltern. 1945 erhielt er die Nachricht, dass diese in Theuern eine neue Heimat gefunden hatten, worauf er dorthin ging.

Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Amberg und der Lehramtsprüfung war er in Kümmersbruck, Ammersricht, Großschönbrunn, Raigering, Rieden, Ursulapoppenricht, Floß, Püchersreuth, Winbuch, Hohenkemnath und Theuern tätig. 1956 erhielt er eine feste Anstellung an der einklassigen Volksschule in Süß. Im Juni 1969 wurde er nach Ursensollen versetzt und im Mai 1970 hier zum Rektor ernannt. Nach 40-jähriger Dienstzeit ging er 1993 in den Ruhestand.

Ursula Frenzel, eine geborene Müller, wuchs mit einer Schwester bei ihren Eltern Ernst und Anna auf. Sie besuchte die Schwesternrealschule in Amberg und war bis zur Geburt des ersten Sohnes als Sekretärin in der Bayerischen Grenzland Glasindustrie tätig. Später war sie Sachbearbeiterin der Firma Schmieding und als Posthalterin in Ursensollen.

Die Jubilarin war jahrelang als Leiterin der Kolping-Frauengruppe aktiv, dies brachte zwischenmenschliche Kontakte und bereicherte die Kolpingfamilie. Rudolf Frenzel war in vielen öffentlichen Gremien und Vereinen vertreten: Er betreute die Katholische Landjugend und war Gemeindeschreiber in Süß, ab 1951 war er Mitglied im Bayerischen Lehrerverband als Ausschussmitglied für Schulpolitik und Berufswissen. Dem Personalrat gehörte er seit 1974 an, davon leitete er ihn bis 1986 als Vorsitzender. Von 1978 bis 1992 war er Personalratsvorsitzender der Lehrer im Landkreis Amberg-Sulzbach, von 1960 bis 1985 Zug- und Bereitschaftsführer im Katastrophenschutz im Landkreis, von 1984 bis 1990 Kreisrat und Mitglied im Personal- und Jugendwohlfahrtsausschuss, von 1975 bis 1985 Zweiter Vorsitzender der DJK Ursensollen. Seit 1957 ist er CSU-Mitglied und war auch Vorsitzender des Ortsverbands Ursensollen. Außerdem leitete er Jahrzehnte den Kirchenchor. Für den Einsatz in Pfarrei und Kommune wurde Frenzel 2003 als erstem Gemeindebürger die große Verdienstmedaille der Gemeinde Ursensollen verliehen.

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