09.02.2020 - 13:28 Uhr
UrsensollenOberpfalz

FW-Kreisvorsitzender Albert Geitner zum Interkommunalen Gewerbegebiet

"Ursensollen will sich künftig moderat entwickeln und da passt das interkommunale Gewerbegebiet zwischen Ursensollen und Amberg nicht mehr ins Konzept", so der FW-Kreisvorsitzende Albert Geitner bei einem Treffen in Ursensollen.

"Wir können nicht verantworten, 80 Hektar Wald unwiederbringlich für ein interkommunales Gewerbegebiet opfern, das vor zehn Jahren gut angedacht war, aber heute nicht mehr in das Entwicklungskonzept der Gemeinde Ursensollen passt." Darüber sind sich Politiker der Freien-Wähler- und der SPD-Fraktion einig (von links): Horst Lihl (FW), Norbert Mitlmeier (SPD), Albert Geitner (FW), Franz Mädler (FW), Georg Bauer (SPD), Alois Lehmeier (FW) und Norbert Schmid (SPD).
von Autor GFRProfil

Der Umweltminister von den Freien Wählern kommt nach Ursensollen – klar, dass dabei auch das Gespräch auf ein branchenverwandtes Thema kommt, das in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt hat. Wie berichtet, haben Vertreter der Freie-Wähler-Fraktion des Ursensollener Gemeinderates angekündigt, zusammen mit der SPD in der heute um 19 Uhr stattfindenden Gemeinderatssitzung das Aus für das geplante interkommunale Gewerbegebiet mit der Stadt Amberg in die Wege leiten zu wollen (www. onetz.de/2959478).

Seit Jahren werde an einer Zweckvereinbarung zwischen der Gemeinde Ursensollen und der Stadt Amberg gefeilt, um die Rahmenbedingungen für ein interkommunales Gewerbegebiet festzulegen. „Aber in den vergangenen zwölf Jahren hat sich vieles verändert“, sagte Freie-Wähler-Kreisvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Albert Geitner bei dem Treffen in der Aula der Mittelschule.

Vor gut zehn Jahren hatten Amberg und Ursensollen eine hohe Arbeitslosenquote, außerdem kaum Ausbildungsplätze. „Heute haben wir Vollbeschäftigung und Fachkräfte sind rar.“ Nicht wirtschaftliche Aspekte seien ausschlaggebend, dass die Fraktionen der Freien Wähler und SPD vom interkommunalen Gewerbegebiet Abstand nehmen wollen, sondern die Gemeinde Ursensollen habe sich fraktionsübergreifend dazu entschlossen, Gewerbe- und Wohnbaugebiete künftig moderat zu entwickeln, um die dörflichen Strukturen und die Wohnqualität in den Ortsteilen zu erhalten. Jetzt zusätzlich zum bestehenden Gewerbepark an der A6 noch weitere 98 Hektar Gewerbefläche in land- und forstwirtschaftlich genutzter Kulturlandschaft auszuweisen, sei bei der derzeitigen Diskussion über Vollbeschäftigung, Minimierung des Flächenverbrauchs und Bodenversiegelung nicht mehr zu verantworten, erklärte Geitner.

Die Gemeinde Ursensollen kündigt die Kooperation für ein interkommunales Gewerbegebiet auf

Amberg
LBV begrüßt Antrag:

Das Thema interkommunales Gewerbegebiet Amberg-Ursensollen wird auch außerhalb des Landkreises mit Interesse verfolgt. Am Montag meldete sich der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) zu Wort. Sein Verband begrüße den Antrag der Freien Wähler und der SPD im Ursensollener Gemeinderat, schreibt Norbert Schäffer in einem offenen Brief. „Die Gemeinde Ursensollen ist eine von zehn Biodiversitätsgemeinden in Bayern und daher dem Natur- und Klimaschutz besonders verpflichtet.“ Schäffer verweist darauf, dass auch Ebermannsdorf eine ähnliche Entscheidung getroffen habe. Dort sollen 23 Hektar Wald erhalten werden. Letztendlich setzten Ursensollen und Ebermannsdorf nur um, „was sich die Bayerische Staatsregierung ... selbst zum Ziel gesetzt hat“: Den sparsamen Umgang mit Grund und Boden sowie die Halbierung des Flächenverbrauchs im Freistaat Bayern von derzeit zehn auf fünf Hektar pro Tag. (upl)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.