01.10.2019 - 15:21 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Gewerbepark besser anbinden

Ursensollens erfolgreiche Ansiedlungspolitik fordert nicht nur der Gemeinde Investitionen in die nötige Infrastruktur ab. Auch der Landkreis flankiert diese Maßnahmen und ist zu einer teilweisen Verlegung der Kreisstraße AS 4 bereit.

Die Jura-Alle (im Vordergrund) im Ursensollener Gewerbepark A 6 endet bisher stumpf. Sie soll in südlicher Richtung fortgeführt und in diesem Bereich zur Kreisstraße AS 4 hochgestuft werden. Grammers neue Konzern- und Entwicklungszentrale (links im Hintergrund) sowie der gesamte Gewerbepark sind dann von der B 299 aus deutlich besser erreichbar.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Ursensollen. (zm) Es ist die geografische und verkehrstechnische Lage, die Ursensollen für Gewerbeansiedlungen attraktiv macht. Unmittelbar an der Schnittstelle der Autobahn A 6 mit der Bundesstraße B 299 gelegen, bleiben - großräumig gedacht - in diesem Punkt nur relativ wenige Wünsche offen. Auf örtlicher Ebene sieht das etwas anders aus. Einiges an Vorarbeit hat die Gemeinde in puncto Erschließung des Gewerbeparks A 6 bereits geleistet. Zum Beispiel mit der Jura-Allee, die nahe der A 6-Anschlussstelle Amberg-West/Ursensollen beim dortigen Autohaus Fischer abzweigt.

Bisher endet dieser Erschließungsstrang stumpf in dem Gewerbegebiet. Mit der Verlegung eines Teilabschnitts der westlich verlaufenden AS 4 (innerörtlich Hohenburger Straße), die Ursensollen von Nord nach Süd durchschneidet, auf die Jura-Allee kann das verbliebene Erschließungs-Manko weitgehend beseitigt werden. Diese Überlegungen sind nicht neu, auch nicht dem Bau- und Planungsausschuss des Kreistages, der sich in der Vergangenheit mit diesem Gedanken schon befasst und sein Placet gegeben hatte.

Umgehungs-Charakter

Aus damals grob skizzierten drei Varianten ist nun eine konkrete Vorplanung entwickelt und dem Ausschuss in dessen Sitzung am Montag vorgelegt worden. Wie die Verwaltung und ein Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros darlegten, zielt dieser Vorschlag darauf ab, einen höchstmöglichen Nutzen mit höchstmöglichen Fördersätzen zu kombinieren. Am Ende stehe eine 375 Meter lange neue Trasse, die in der Verlängerung der Jura-Allee leicht geschwungen Restflächen des Gewerbeparks in südliche Richtung durchschneidet und später in die Hohenburger Straße einmündet. Vorhandene Erschließungssubstanz (Jura-Alle, Anbindung an B 299 mit Abbiegespuren) könne so gut eingebunden werden. Hinsichtlich des auf der AS 4 aus dem Süden kommenden Verkehrs ergebe sich zudem eine Art Ortsumgehungs-Charakter in Richtung B 299 und A 6, argumentieren die Verwaltung und der Planer.

Eine Gegenstimme

Dennoch wurde bei einem Blick auf die zu veranschlagenden Kosten von insgesamt knapp über 700 000 Euro (Ausführung Regelquerschnitt plus Geh- und Radweg) leise Kritik laut. Rund 385 000 Euro müsste gemäß dieser Planung der Landkreis aus eigenen Mitteln aufwenden. Andere Varianten würden deutlich günstiger kommen, wurde zu bedenken geben. Kreisrat Stefan Lindenberger (Bündnis 90/Die Grünen) votierte in der Konsequenz als einziges Ausschussmitglied gegen den Vorschlag.

Die nötigen Mittel sollen ab dem nächsten Haushaltsjahr in den Landkreisetat aufgenommen werden. Denn es dürfte noch einige Zeit bis zur Realisierung dauern, da bisher keine Verhandlungen über den nötigen Grunderwerb geführt wurden. "Wir werden hier eng mit der Gemeinde Ursensollen zusammenarbeiten", kündigte Landrat Richard Reisinger an.

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