02.11.2020 - 11:15 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Helfer vor Ort Ursensollen bis auf Weiteres "nicht einsatzklar"

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Die Helfer vor Ort (HvO) aus Ursensollen sind auf Status 6: "nicht einsatzklar". Wenn Not am Mann ist, müssen Ersthelfer aus den Nachbargemeinden anrücken. Hintergrund ist ein Tauziehen um die Trägerschaft.

Die Helfer vor Ort aus Ursensollen wollen helfen, können aber gerade nicht.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Es ist wie bei einem Pärchen, das sich auseinandergelebt hat, die Beziehung ist zuerst "schwierig", dann zieht einer die Reißleine. In Ursensollen hat das ehrenamtliche Ersthelfer-Team Schluss gemacht, und zwar mit dem Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). "Wir wollen lieber in die Feuerwehr integriert werden", sagt die Sprecherin der zwölf Aktiven aus Ursensollen, Corinna Eisner.

Offene Arme bei der Feuerwehr

Es herrscht kein Rosenkrieg, der BRK-Kreisverband hat mittlerweile die Kündigung erhalten und laut Eisner auch zugesagt, dem Wechsel zu einem neuen Träger keine Steine in den Weg zu legen. "Als wir vor zehn Jahren angefangen haben, waren alle von uns noch Mitglied beim BRK", erzählt Eisner zu den Hintergründen. "Heute sind die meisten bei der Feuerwehr und dort auch bei Einsätzen aktiv." Es gebe so viele Verflechtungen mit der Feuerwehr, dass das Team seine Heimat dort sehe.

In anderen Kommunen gibt es bereits Ersthelfer, die unter Trägerschaft der Feuerwehr ausrücken. Sie heißen dann nicht mehr Helfer vor Ort, sondern First Responder. In Freudenberg etwa hat so eine Wandlung bereits stattgefunden. Dort haben sich die Ursensollener bereits im vergangenen Jahr über die Abläufe informiert. Die Freudenberger haben sich von Spendengeldern ein eigenes Einsatzfahrzeug gekauft - ein großes Zeil der Ursensollener. Der Gemeinderat hat dafür bereits finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.

Helfer vor Ort aus Ursensollen zu Gast in Freudenberg

Ursensollen

Thorsten Michl, der Kommandant der Ursensollener Feuerwehr, würde die Helfer vor Ort gerne integrieren. "Wir haben schon immer von den HvO profitiert", sagt er. "Weil sie als Feuerwehrler ja mit uns ausgerückt sind." Für Übungen und Treffen hätten die Ehrenamtlichen auch schon immer das Feuerwehrhaus genutzt. Insofern sei der Wunsch nach einem Wechsel der Trägerschaft nur "logisch und folgerichtig". Michl nennt zwei weitere wichtige Aspekte. Hätte Ursensollen First Responder, mache das auch die Nachwuchswerbung für die Feuerwehr leichter: "Die Attraktivität steigt". Zweitens sei für eine Flächengemeinde wie Ursensollen nicht unerheblich, dass die First Responder gemeindeübergreifend organisiert wären, "das heißt, sie könnten eine Klammer zwischen den verschiedenen Ortsfeuerwehren bilden". Ein Gewinn für den Zusammenhalt.

Bürgermeister zögert noch

Wenn es um die Belange der Feuerwehr geht, ist die Gemeinde erster Ansprechpartner. Bürgermeister Albert Geitner ist noch nicht ganz Feuer und Flamme für den Wunsch der Ersthelfer. "Wir haben uns auf den Weg gemacht, Lösungen zu finden", erklärt er vorsichtig. Geitner will sich erst einmal informieren und sehen, wie Kooperationen andernorts vereinbart sind. "Am Ende muss dann auch der Gemeinderat entscheiden", sagt er. Derweil bleibt es beim Status 6 für die Ersthelfer in Ursensollen: "nicht einsatzklar". Im Notfall schickt die Integrierte Leitstelle in Amberg bis auf Weiteres Ersatz aus Ammerthal oder Hohenburg in die Gemeinde.

Winter-Einsatz mit Hindernissen

Ursensollen

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