19.02.2020 - 20:05 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Kabarett im Kubus: Dann spielt der Zinner halt die Merkel

Alle kennen den Metzger Simmerl aus den Eberhofer-Krimis oder den Markus Söder vom Nockherberg: Hinter beiden steckt Stephan Zinner. Jetzt war der Kabarettist Gast im ausverkauften Kubus in Ursensollen.

Eine Leberkäs-Line wolle er aufmachen, kündigt Stephan Zinner im Kubus an. Ein paar Leberkäs-Schnitten will er dem Publikum anbieten, aber auf dem Weg nach unten stolperte er – und die Semmeln machen den Abflug in Richtung Ein-Mann-Orchester Peter Bichler.
von Autor GFRProfil

Vom kulturellen Epizentrum Kubus sei er begeistert, sagt Stephan Zinner. Und zeigt Verständnis für alle, die nicht ganz freiwillig gekommen sind, weil sie die Karten geschenkt bekommen haben. Sie sollten den Abend mit einem Fußballspiel vergleichen, lautet sein Tipp: Zweimal 45 Minuten seien vorgesehen, Verlängerung sei möglich.

Zinner über Zinner

Und das sagt Zinner über Zinner: Er lügt nicht, hat drei Kinder und eine Frau - ein Ärztin mit sächsischem Migrationshintergrund. Der Einkaufsbummel spielt sich bei ihm so ab: Die drei Damen gehen voraus, er schleppt das Geld hinterher. Dann erzählt der Zinner aus dem Leben, vom asiatischen Taxler in München, der ihn nicht versteht und das falsche Fahrziel ins Navi eingibt. Nach einigen Diskussionen ist Zinner dann doch selbst gefahren.

Info:

Die Sache mit der Gitarre

Eigentlich wollte Stephan Zinner ja Rockstar wie Pete Townshend von den "The Who" werden, verrät er in Ursensollen. Bei MTV habe er gesehen, wie der auf den Knien dahin rutscht und seine Gitarre zertrümmert. Dann bluteten Zinners Knie auf dem alten Teppichboden, hart wie Schmirgelpapier. Und als auch er seine Gitarre zerlegt hatte, wurde ihm klar: Das war seine einzige.

Im Bio-Laden gebe es die langsamsten Verkäufer, das Bier nur als Einzelware. Da suche man vergeblich nach einem ganzen Kasten. Er nimmt auch die E-Biker aufs Korn, enganliegend und neonfarben bekleidet. Einer von ihnen hat in voller Fahrt am Hauseck "eingefädelt". Der musste aber nicht wiederbelebt werden - auf einem Lungenflügel pfiff er ja noch. Als die Töchter unbedingt den 75 Euro teuren Christbaum haben wollten, war sein Gedanke, was denn der Baum wohl noch alles könne.

Lieber Bond als Metzger

Fernseh-Metzger ist Zinner in den Eberhofer-Krimis. Lieber wäre er aber der Bond James. Das Schlusslied widmet Zinner seinem Sohn, einem begnadeten Schieber-Tänzer, dessen Freunde oft da sind. Selbst wenn es der Sohn nicht ist. Dazwischen greift Zinner zur Gitarre, spielt mit seinem Ein-Mann-Orchester Peter Bichler einen "winterlichen Reggae-Song", ein "erotisches Tanzlied" oder "He, des kann passier'n". Und "wenn´s den Söder beim Nockherberg nicht mehr gibt, dann spiel' ich einfach die Merkel".

Mehr über Stephan Zinner im Onetz

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