10.03.2020 - 11:29 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Kabarettist Stefan Otto gastiert im Kubus

Der musikalische Abend mit dem Kabarettisten Stefan Otto im fast ausverkauften Ursensollener Kubus mit seinem Programm „Ois dabei“ bescherte den Zuschauern kurzweilige Stunden. Sein bisweilen derber Humor ist dabei aber Geschmackssache.

Musikalische Unterhaltung garantiert: Stefan Otto an der Gitarre im Kubus Ursensollen.
von Redaktion ONETZProfil
Stefan Otto beweist, dass ihm wirklich nichts peinlich ist: Hier sein Bühnenoutfit zum Bananen-Song.

Wenn jemand mit einem karierten Hemd und einem kleinen Bäuchlein die Bühne betritt, ist er dem Zuschauer schon einmal sympathisch. So geschehen am Samstag im Kubus in Ursensollen beim Bayerischen Musikkabarett mit Stefan Otto. Mit drei Fragen versuchte der Niederbayer zu Beginn der Veranstaltung sein Publikum einzuordnen: „Sind Helene-Fischer-Fans anwesend? Wer hat alles einen Thermomix? Und wer ist verheiratet?“ Nach dieser Kontaktaufnahme wird auch schnell deutlich, dass dies auch die drei großen Themen seines Programms sind: Musik, Essen, Beziehungsgeflechte.

Entwaffnend ehrlich erzählt Otto über figürliche Probleme, nächtliche Dramen im Ehebett und über schwierige Schwiegereltern, gewürzt mit Liedern über einen aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschied, einer Hymne an der „Schwiegerbap“ und natürlich über den Alleskönner Thermomix. Otto spielt hier mit Klischees, zeigt aber dem Publikum auf, dass es sich oftmals in ähnlichen Situationen wiederfinden kann.

Der „Gute-Laune-Reggae“ wird mithilfe eines Loopers, der die eingespielten Sequenzen der unterschiedlichen Instrumente (Klavier, Gitarre, Waschbrett) ständig wiederholt, zusammengemixt und entlässt die klatschenden Zuschauer wirklich gut gelaunt in die Pause.

In der zweiten Hälfte besingt sein infantiles Alter Ego im Bananen-Kostüm zunächst einmal die Verdauungsprobleme bei übermäßigem Bananengenuss und andere Möglichkeiten der Verwendung des leicht gekrümmten Obstes. Als er dann detailliert darstellt, wie mithilfe eines Thermometers Verstopfungen zu lösen sind, wird es etwas ordinär.

Nachdenklichere Töne schlägt er mit seinem Lied „In meinem nächsten Leben“ an, in dem er sich wünscht, als Ente oder als Saunabank wiedergeboren zu werden. Den Schluss bildet sein Hit-Medley, in dem er bekannte Stars wie Heino, Grönemeyer oder Udo Lindenberg imitiert und den Refrain bekannter Melodien leicht verändert, was an die Machart eines Willy Astors erinnert. So wird aus „Schuld war nur der Bossa Nova“ die Entschuldigung eines Schulkindes für sein Zuspätkommen: „Schuld war nur der Bus vom Hofer“. Hierin liegt die Stärke des Musikkabarettisten, der mit seiner Gitarre das Publikum zu unterhalten weiß.

Nach zwei Zugaben beendet der Dingolfinger sein Programm. Diejenigen, die ihn kennen, wurden vollends zufriedengestellt; dem neuen Fan dürfen etwas derbere Fäkal-Witze nichts ausmachen. Der Grat zwischen Kunst und Kalauer ist ja bekanntlich schmal.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.