23.01.2020 - 14:11 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Lärmschutz Ursensollen: Erdwälle könnten eine Lösung sein

Bundestagsabgeordneter Alois Karl hat bei einem Ortstermin versprochen, dass er der Gemeinde zur Seite stehen werde. Dabei geht es um Lösungen, um den Lärm von der A 6 für Hohenkemnath und Oberhof zu mindern. Dazu brauche es langen Atem.

Am Parkplatz an der B 299 berieten Präsident Reinhard Pirner, Johann Fehlner, Initiator Achim Kuchenbecker, Alexaner Graf, Christian Wenkmann, Thorsten Michel, Bundestagsabgeordneter Alois Karl und Dienststellenleiter Tobias Bäumler, wie eine Lärmminderung für Oberhof aussehen könnte.
von Externer BeitragProfil

An dem Fachgespräch, zu dem der Bundestagsabgeordnete auch den Präsidenten der Autobahndirektion, Reinhard Pirner, eingeladen hatte und das vom CSU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat Ursensollen und Bürgermeisterkandidaten Achim Kuchenbecker angeregt worden war, nahmen auch Gemeinderat Johann Fehlner und die CSU-Gemeinderatskandidaten Alexander Graf, Thorsten Michel und Christian Wenkmann teil.

Er könne den Wunsch der Autobahn-Anrainer gut verstehen, so Alois Karl, laut einer Pressemitteilung. Doch Lärmschutzmaßnahmen an einer bestehenden Autobahn seien eine besondere Herausforderung. Dennoch gebe es sicherlich Lösungsansätze. Hier gelte es, findig zu sein. "Für Politik und Verwaltung eine Schweiß treibende Aufgabe", warnte der Bundestagsabgeordnete.

Achim Kuchenbecker verwies auf die Überlegungen, mit der Stadt Amberg ein interkommunales Gewerbegebiet auszuweisen und auf das anvisierte Baugebiet hinter der Tankstelle in Ursensollen. Da würde Lärmschutz auch zu einem wichtigen Thema werden. Der Sprecher zeigte sich offen für jede brauchbare Lösung. Dies könne eine Geschwindigkeitsbegrenzung ebenso beinhalten, wie bauliche Maßnahmen zur Lärmminderung.

Präsident Reinhard Pirner machte freilich klar, dass in Oberhof und Hohenkemnath die gesetzlichen Grenzwerte für eine Lärmschutzsanierung nicht erreicht würden. Daher gebe es zunächst mal keine Rechtsgrundlage für die Autobahndirektion, aktiv zu werden. Er habe sich auch die Unfallzahlen in diesem Abschnitt angesehen und kein Argument für eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefunden.

Daher hätten er und sein Dienststellenleiter Tobias Bäumler überlegt, was alternative realistische Ansätze für eine Lärmminderung in diesem Bereich sein könnten. Aus Sicht der Autobahndirektion könnten Erdmassen, die bei jetzt anstehenden Baumaßnahmen anfielen, zu bis zu vier Meter hohen Wällen aufgeschüttet werden. Teilweise besitze die Autobahn schon einige der erforderlichen Flächen, teilweise müsste sich hier die Gemeinde um Grunderwerb bemühen. Entwässerung, Kabelverläufe oder andere technische Fragen müssten vorab geklärt werden. Der Vorteil sei, dass sich solche Maßnahmen auch in mehreren Teilabschnitten sukzessive realisieren lassen könnten. So habe die Direktion zum Beispiel bei Altdorf eine gute Lösung dieser Art für die Anlieger gefunden. Tobias Bäumler erläuterte, wo die Autobahndirektion bereits Grundstücke hat, wo nicht.

Bei einem weiteren Ortstermin unterhalb der Kläranlage bei Hohenkemnath fragte Kuchenbecker, ob ein Erdwall sich nicht auch als Blühwiese eignen oder mit einer Photovoltaik-Anlage bestückt werden könnte. Einig waren sich die Teilnehmer, dass man keine überzogenen Hoffnungen erzeugen dürfe.. Alois Karl fasste es so zusammen: "Heute zu sagen, schon morgen werden diese Maßnahmen realisiert, wäre nicht korrekt. Gerade bei Fragen des Grunderwerbs kann es zu Verzögerungen kommen. Jetzt sind die Gemeinde und der zukünftige Bürgermeister gefordert, zusammen mit der Autobahndirektion das Ziel Lärmschutz Schritt für Schritt zu verfolgen. Das unterstütze ich gerne."

Die Autobahnanschlussstelle Amberg-West bei Ursensollen: Die hellgrün eingefärbten Abschnitte zeigen die Bereiche, in denen Erdwälle in der Zukunft einst Erdwälle aufgeschüttet werden könnten.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.