16.12.2019 - 18:34 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Multi-Chor in Ursensollen: Nach jedem Lied verdienter Applaus

Ein Weihnachtskonzert der besonderen Art, das war es, was der Multi-Chor der Städtischen Sing-und Musikschule Sulzbach-Rosenberg im Ursensollener Kubus anbot.

Viel Applaus bekam der Multi-Chor für sein etwas anderes Weihnachtskonzert im Kubus.
von Helmut FischerProfil

Und dieses "Alternativkonzert" fand einen überragenden Zuspruch. Im Kubus haben 250 Leute Platz, und alle Plätze waren besetzt. Der Multi-Chor mit seinem Leiter Franz Xaver Reinprecht präsentierte sich dabei als eine "Singgemeinschaft", deren Mitglieder offensichtlich mit Freude und starkem Engagement Lieder aus verschiedenen Kulturkreisen singen, sich von ihrem Leiter inspirieren lassen und diese Begeisterung auf die Zuhörer übertragen.

Sofort Kontakt zum Publikum

An die 35 singende Akteure standen da auf der Bühne, das gab schon optisch ein effektvolles Bild. Das Programm war gleichfalls attraktiv und vielseitig. Da erklang ein altes "Gaudete" aus dem 16. Jahrhundert ebenso, wie stark rhythmische afrikanische Weihnachtslieder regelrecht "zelebriert" wurden. In Anlehnung an eine Veranstaltung von Oliver Gies und "Maybebop" gab es ein "Weihnachtslieder-Sing-Rätsel", bei dem die Gewinner aus dem Publikum jeweils eine Flasche "Original-Nürnberger Christkindlesmarkt-Glühwein" erhielten. Überhaupt hatte Franz Xaver Reinprecht sofort einen Kontakt zum Publikum. Mit seiner unkonventionellen Moderation stellte er nicht nur die einzelnen Lieder vor, sondern nahm sich gelegentlich selbst "auf die Schippe", zur Freude und Erheiterung der Zuhörer.

Ausschließlich Weihnachtslieder

"Wir singen heute ausschließlich Weihnachtslieder", versprach er. Da sang der Chor dann auch "Tausend Sterne sind ein Baum", ein "offizielles Weihnachtslied aus der DDR", in dem kein religiöser Text vorkommen durfte. Amberg erhielt seine Huldigung ("In Sulzbach-Rosenberg kann ich dieses Lied nicht singen") durch die Vertonung von Erwin Walthers Ludwig-Thoma-Text "Im Wald is so staad". Ebenso wurden Weihnachtslieder aus Syrien, Korea, Litauen präsentiert, alle in Originalsprache gesungen. Frappierend war dabei, wie nahtlos sich die Sänger auf die Charaktere der so verschiedenen Lieder einstellen konnten und mit welchem sängerischen Niveau sie zu hören waren. Unterstützt wurden die Darbietungen durch die perfekte Technik des Kubus, mit ausgeklügelter Mikrofon- und Lautsprecher-Steuerung.

Auch Reinprechts eigene Kompositionen kamen bestens an. Sein "Im Advent" entwickelte sich von der ersten bis zur vierten Kerze- vom einstimmigen bis zum "?-stimmigen" Satz: Auch dieses Lied-Rätsel wurde gelöst.

Zwischendrin erzählte Reinprecht die "ganz andere Herbergssuche" von David und dem Herbergsvater, es erklang von J.S. Bach das variabel gesungene "O Jesulein süß" und ergänzte sich erstaunlich bruchlos mit dem Weihnachtslied aus Kisuaheli "Gegrüßt seist du Maria", selbstverständlich in Originalsprache. Natürlich gab es auch schwächere Beiträge, nicht alles kann eben "spitze" sein. Doch fast alle Lieder wurden richtig gut und mit viel Empathie dargeboten, und der Applaus nach jedem Lied war absolut verdient.

Spontane Ovationen

Das französische Lied "Haben Engel wir vernommen" (mit deutschem Text) führte durch die Moderation von Reinprecht zu seinem eigenen "A very merry Christmas", das mit den gesungenen urigen "denglischen" Plattitüden spontane Ovationen bewirkte.

Das oberösterreichische "O Jesulein zart" führte zum Schlusslied: "Mit einem der schönsten Weihnachtslieder kommen wir zum Schluss", sagte Reinprecht. Dann erklang schlicht und einfach schön "Es ist ein Ros' entsprungen" mit dem ebenso intensiv gesungenem "Andachtsjodler" als Zugabe.

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