28.02.2019 - 12:17 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Rastplatz an der Bittenbrunner Quelle

Die Kreuzung von "Hoher Straße" und "Bistumer Steig" ist schon vor 3000 Jahren stark frequentiert. Eine Wasserquelle hat dabei große Bedeutung. Ganz in der Nähe steht die Fehlnerkapelle.

1927 ließ der Zimmerermeister Johann Fehlner aus Häuslöd auf seinem – zwischen Bittenbrunn und Häuslöd gelegenen – Grundstück eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes errichten.

Die Fehlnerkapelle an der AS 9 bei Bittenbrunn (Gemeinde Ursensollen/Landkreis Amberg-Sulzbach) liegt auf der "Wacht". Dieser Flurname, der schon im Urkataster von 1835 eingetragen ist, erinnert an einen wichtigen Rastplatz an der Kreuzung der "Hohen Straße" mit einer anderen wichtigen Altstraße, dem "Bistumer Steig". Die "Hohe Straße", eine wichtige West-Ost-Verbindung, war schon vor 3000 Jahren in der Keltenzeit bekannt und führte aus der Forchheimer Gegend nach Osten in Richtung Premberg an der Naab. Der "Bistumer Steig" leitete die Händler und Reisenden aus dem Gebiet um Eger zu der wichtigen Keltensiedlung Manching in Richtung Süden an die Donau, also ein Nord-Süd-Pfad, beziehungsweise Weg.

Das Wasserproblem war auch für die Reisenden der Frühzeit immer aktuell, deshalb war die Bittenbrunner Quelle sehr wichtig. Die Alb ist sehr wasserarm, deshalb kam der Bittenbrunner Quelle eine große Bedeutung zu.

Man muss sich die Landschaft viel unbewaldeter vorstellen, so konnte man mögliche Angreifer oder Wegelagerer schon früh entdecken. Nun öffnet sich ein herrlicher Blick nach Norden, nach Amberg, nach Sulzbach-Rosenberg, bis zum Fichtelgebirge und dem Zantberg in Richtung Mittelfranken.

Maria zu Ehren

Viele Wanderer und Radfahrer kennen die an der Kreisstraße Hohenkemnath-Ödgötzendorf (AS 9) gelegene Fehlnerkapelle oberhalb von Bittenbrunn. 1927 ließ der Zimmerermeister Johann Fehlner aus Häuslöd auf seinem - zwischen Bittenbrunn und Häuslöd gelegenen - Grundstück eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes errichten. Der Anlass dafür war, so berichten Familienmitglieder, die erfolgreiche Absolvierung der Meisterprüfung im Zimmererhandwerk. Damals stand der Wald noch nicht so hoch, und so konnte man von dem ausgewählten Platz die drei Wallfahrtskirchen auf dem Habsberg, dem Annaberg bei Sulzbach-Rosenberg und dem Mariahilfberg oberhalb von Amberg sehen. Noch heute fasziniert der Blick nach Norden. Ruhebänke laden zum Verweilen ein.

Inventar gestohlen

1996 erhielt die Kapelle einen neuen gefälligen Anstrich in den Kirchenfarben Weiß und Gelb. Leider wurde das Kleinod im Mai 1978 bereits zum dritten Male ausgeraubt, wobei kostbares Inventar verloren ging. Darunter eine geschnitzte Mutter-Gottes-Figur und ein Ölgemälde. Den kleinen Altaraufbau im Inneren gestaltete der Maler Weber aus Amberg.

Der Weg nach Süden verläuft auf dem "Streitweg". Der Name erinnert an die Jahrhunderte währenden Grenzstreitigkeiten zwischen dem Hochstift Regensburg (damals Besitz des Regensburger Bischofs) und der Kurpfalz. Ganz in der Nähe, auf dem Brennberg, finden wir die Reste der kleinen einstigen Turmhügelburg Bärenfall.

Die Alb ist sehr wasserarm, deshalb kam der Bittenbrunner Quelle eine große Bedeutung zu.
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