Das Landschaftsbild wird noch heute von vielen Flurdenkmälern mitgeprägt. Sie gelten als Zeichen religiöser Tradition und bäuerlicher Kultur, dokumentieren Bräuche und Sitten und zeichnen damit ein Bild vom Leben der Bevölkerung. Marterln und Bilder von Heiligen geben oft auch Auskunft über menschliches Hoffen und Bangen, über Glaubensvorstellungen und Familienschicksale. So ist es auch im Fall eines Flurdenkmals zwischen Erlheim und Garsdorf, das Saßlhof-Marterl.
Der im vergangenen Jahr verstorbene Kreisheimatpfleger Mathias Conrad und der damalige Heimatpfleger der Gemeinde Ursensollen, Josef Schmaußer, regten bereits 1993 die Renovierung des sehr in die Jahre gekommenen Marterls an. Zwei schon verstorbenen Heimatfreunde, der Schreiner Herbert Ströhl und der Kunsterzieher Herbert Warzecha, gestalteten den Bildstock und das sehr qualitätsvolle Bild.
Es erinnert an einen Bauern aus der Gegend, der vor über 300 Jahren durch einen Unglücksfall unvorbereitet vor Gott treten musste. Er war um 1700 von scheuenden Ochsen – ein häufiges Marterl-Motiv – zu Tode geschleift worden. Ein „Arme-Seelen-Bild“ fordert die Vorübergehenden auf, für den plötzlich Verstorbenen zu beten. Auch hier sollte durch die Fürsprache der Betenden die Wartezeit des verunglückten Bauern im Fegefeuer verkürzt werden, um früher in die Seligkeit einzutreten.
Der Schreiner Jürgen Zrenner aus Amberg, die Hobbykünstlerin Veronika Ströhl sowie ihr Mann Georg kümmerten sich nun auf Bitten von Josef Schmaußer um eine Neugestaltung des Flurmales. Die neue stellvertretende Heimatpflegerin der Gemeinde Ursensollen, Annemarie Lehmeier, sowie Josef Schmaußer freuten sich über die sehr gelungene Renovierung, wie sie sagten.
Beim Ortstermin kam auch ein weiterer Brauch zur Sprache: Bis in die frühen 1960er-Jahre war es Sitte, dass die "Strohwischerln", auf denen der Sarg der Verstorbenen aus Garsdorf auf dem letzten Weg zum Friedhof nach Erlheim gestanden war, hier auf dem Rückweg nach Garsdorf verbrannt wurden. Aus Pietät wollte man die Strohbüschel nicht einfach als Unterstreu verwenden.














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