30.10.2021 - 17:56 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Spaziergänger stört sich an gruseliger Halloween-Dekoration

Längst hat Halloween seinen festen Platz im Kalender ergattert. Doch während man in Amberg noch Kürbisse schnitzt, liegen in Ursensollen bereits blutverschmierte Gummi-Arme im Garten. Ist das noch schaurig-schöner Grusel oder geschmacklos?

Der 31. Oktober ist mittlerweile nicht nur in Amerika die Nacht der Geister und Gespenster. In Ursensollen hat eine amerikanische Familie ihr Haus besonders gruselig dekoriert. Ein Spaziergänger stört sich daran.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Schon lange hat die in Amerika mit Begeisterung gefeierte Nacht der Geister und Gespenster auch in der Region Einzug gehalten. Zu Halloween baumeln in Amberg und Amberg-Sulzbach Spinnen von den Eingangstüren, Kürbisse grinsen mit großen Zahnlücken von Gartentüren herunter und Hexenbesen stehen mit Spinnweben verschönert im Flur. Hier und da traut sich auch ein kleiner Plastik-Totenkopf heraus. Aber abgetrennte, blutverschmierte Arme und Beine im Vorgarten? Das sieht man dann doch eher selten. Da muss man schon nach Ursensollen schauen.

Leser sorgt sich um Kinder

Ein AZ-Leser ist dort an einem Haus vorbeigekommen und war fast ein wenig schockiert – aber nicht im schaurig-schönen Sinne. Mit dem Betreff „Horror in Ursensollen“ schrieb er eine E-Mail an die Redaktion, in der er sich über die etwas ungewöhnliche Dekoration beklagt: „Es mag ja sein, dass es zu Hause bei den Amis an Halloween gang und gäbe ist alles Mögliche zu veranstalten, um seine Mitmenschen zu erschrecken. Aber wir sind halt mal hier in Bayern und auf dem Gehweg, von dem aus diese ,Leichenteile’ nur zwei Meter entfernt sind, sind tagtäglich viele Schüler der nahegelegenen Grundschule unterwegs.“ Auch wenn er selbst keine Kinder im schulpflichtigen Alter habe, finde er diesen Anblick „ziemlich geschmacklos“. Zumal die Teile schon seit einer Woche im Vorgarten liegen und seiner Meinung nach „sicher noch bis November liegen werden“, so der Herr, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Die Besitzer wollten mit ihrer außergewöhnlichen Halloween-Deko natürlich niemanden verärgern oder gar verängstigen. Es ist das erste Jahr, das die amerikanische Familie Strachan in Deutschland verbringt. „Wir dekorieren das Haus zur Unterhaltung und um Kindern eine Freude zu machen“, sagte Samuel Strachan, der bei der Army angestellt ist. „Ich mag es einfach, alles so gruselig wie möglich zu dekorieren.“ Der Großteil seiner Deko-Artikel stamme aus Amerika. Halloween sei für viele Amerikaner in der Regel ein Fest, um ihre Kreativität in verschiedenen Kostümen und Dekorationen zu zeigen.

Freude an Kostümen

Die Kinder würden es eben genießen, sich zu verkleiden und Süßigkeiten zu erhalten. „Normalerweise habe ich über viele Jahre eine Halloween-Party für Freunde und Familie organisiert, aber da dies mein erstes Jahr in Deutschland ist, war ich mir nicht sicher, ob das die richtige Idee ist. Vielleicht werde ich nächstes Jahr eine Halloween-Kostümparty veranstalten“, sagt Samuel Strachan, selbst Vater von zwei Kindern.

Halloween in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:
  • Die Tradition um Halloween entstand mit dem alten keltischen Fest Samhain, als die Menschen Lagerfeuer entzündeten und Kostüme trugen, um Geister abzuwehren.
  • Im Laufe der Zeit entwickelte sich Halloween zu einem Tag voller Aktivitäten wie "Trick-or-treating" (Süßes oder Saures), Kürbislaternen schnitzen, festliche Zusammenkünfte, Kostüme anziehen und Leckereien essen.
  • Kinder und Erwachsene feiern Halloween am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen vom 31. Oktober auf den 1. November.

 

 

Kommentare

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Rudolf Reichelt

Ich finde das auch ziemlich geschmacklos. Das muss nicht sein.

01.11.2021
Matthias Reber

Ja manche Leute können sich schon wirklich über alles aufregen…..

30.10.2021