11.02.2019 - 14:49 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Das stärkste Mädchen der Welt: Pippi Langstrumpf im Kubus

Sie hat ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd - und schaute nun in Ursensollen auf der Bühne vorbei. Das Ovigo Theater erweckte im ausverkauften Kubus Pippi Langstrumpf zum Leben.

von PKMOProfil

Rote Haare, geflochtene Zöpfe, verschiedenfarbige Strümpfe. Ihr Look ist so eigenwillig wie einprägsam und Kultfigur vieler Kindheiten: Pippi Langstrumpf. Die Hauptperson der Musicalinszenierung vom Ovigo Theater gab es am Sonntagnachmittag im ausverkauften Kubus in Ursensollen in zweifacher Ausführung: Einmal als erwachsene Erzählerin (gespielt von Sofia Mindel), die die Zuschauer durch die verrückten Abenteuer von Pippi führte und die kindliche Version, die jeder kennt. Unter der Regie von Theresa Weidhas und der künstlerischen Leitung von Florian Wein, stellte sich die Protagonistin (gespielt von Laura Borowski) erst einmal selbst vor: "Mein voller Name ist Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter Langstrumpf".

Villa mit Überraschung

Das tapfere Mädchen wohnt gemeinsam mit ihrem Affen, Herr Nilsson und ihrem Pferd, Kleiner Onkel, in einem Haus: Der berühmten Villa Kunterbunt. Verkörpert durch ein liebevoll gestaltetes, multifunktionales Bühnenbild voller Überraschungen. In einem Augenblick noch Villa Kunterbunt, verwandeln sich die Schränke, Schübe und Türen im nächsten Moment in einen bunten Jahrmarkt oder ein Klassenzimmer. Gemeinsam mit ihren Freunden Tommy (Thomas Niebauer) und Annika (Lena Ruhland) erlebt Pippi dabei jede Menge Abenteuer. Sie versucht es in der Schule mit der "Plutimikation" und weiß dabei genau was sie will: "Ich bin nur wegen den Weihnachtsferien hier." Sie kämpft gegen Einbrecher in ihrem Haus und beweist auf dem Jahrmarkt, dass sie stärker ist als der Starke Gustav (Michael Sandner) und somit das stärkste Mädchen der Welt. Kaffekränzchen crashen und sich Frau Prysselius (Stephanie Most), die sie adoptieren möchte, vom Leib halten - für Pippi kein Problem.

Ein bisschen emotional wird die Geschichte nur, wenn es um Pippis Eltern geht: "Meine Mama ist ein Stern im Himmel und mein Papa auf einer Insel in der Südsee", erklärt sie. Für die richtige Stimmung sorgt die gesamte Vorstellung über musikalische Begleitung von Marc Hohl, Susanne Hutzler, Martina Baumer und Thomas Urbanek. Ein Happy End gibt es aber doch, als der Piraten-Papa (Andreas Schopper) auf einmal vor ihr steht. Und das samt der ganzen Crew der Hoppetosse. Besonders die ganz jungen Darsteller, wie die kleinen Polizisten (Jonah Gitter und Ben Bauer) oder Lilli Schmidbauer als Frau Granberg, sorgen beim Publikum für ausgelassene Lacher.

Viele neue Pippi-Fans

"Drei mal drei macht vier, widde widde wid und drei macht Neune!", singen schließlich ganze Kinderreihen aus voller Kehle im Chor als sich das Ensemble des Ovigo Theaters nach der rund 90-minütigen Vorstellung mit Tanz und Gesang verabschiedet. Unter tosendem Beifall versteht sich. Mit seiner Inszenierung hat die Theatergruppe, die ursprünglich aus Oberviechtach kommt, mittlerweile aber im gesamten Großraum Oberpfalz unterwegs ist, eine neue Generation von Pippi-Fans geschaffen und Kinderaugen zum Strahlen gebracht. Getreu dem Motto "Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt!", durften sich die Kinder nach der Vorstellung noch Autogramme von ihren Lieblingscharakteren abholen. Und vielleicht heißt es ja schon bald: Auf ins Taka-Tuka-Land!

Wer Pippi noch sehen möchte, sollte sich beeilen, denn alle Termine, außer einem Zusatztermin in Regenstauf, am Sonntag, dem 24. Februar, sind bereits ausverkauft. Tickets gibt es unter www.nt-ticket.de.

Noch verfügbare Tickets gibt es hier

Hintergrund:

Schon gewusst?

Das Buch war Astrid Lindgrens Debütwerk und wurde in über 70 Sprachen übersetzt. In Frankreich heißt sie zum Beispiel Fifi Brindacier, in England Pippi Longstocking und in Finnland Peppi Pitkätossu. Lindgrens Tochter Karin und Namensgeberin der später weltweit erfolgreichen Geschichte, lag mit einer Lungenentzündung im Bett und bat ihre Mutter: "Erzähl mir etwas von Pippi Langstrumpf!". Als die Autorin selbst das Bett hüten musste schrieb sie 1944 die Geschichte nieder und schenkte sie ihrer Tochter zum Geburtstag. Noch heute gehört Karin Nyman das Manuskript, welches in der königlichen Bibliothek Stockholm aufbewahrt wird.

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