Ursensollen
14.08.2018 - 18:09 Uhr

In Ursensollen: Fledermäuse im Bräukeller

Ein Naturschutzprojekt vereint Jugendliche aus aller Welt und erhält dabei ein Stück Geschichte in Ursensollen. Ganz nebenbei erhalten viele Fledermäuse ein neues Zuhause.

Bürgermeister Franz Mädler (ganz rechts) bei der Vorstellung der Fledermaushöhle zusammen mit den Teilnehmern des Projektes. Die Holzeinbauten sorgen für unterschiedliche Wärmezonen. Petra Hartl
Bürgermeister Franz Mädler (ganz rechts) bei der Vorstellung der Fledermaushöhle zusammen mit den Teilnehmern des Projektes. Die Holzeinbauten sorgen für unterschiedliche Wärmezonen.

Ursensollen.(pkmo) Italien, Spanien, Japan, Südkorea - die Liste der Heimatländer der Teilnehmer am Workcamp der IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) in Ursensollen ließe sich noch weiter fortführen. "Die erste Woche war sehr viel Arbeit, aber es hat auch richtig Spaß gemacht", erzählt die 19-Jährige Nuria aus Spanien.

Hart geschuftet

17 Jugendliche haben die vergangenen Wochen hart geschuftet, um den alten Bräukeller am Ortsrand, auch Kellerhäusl genannt, in eine passende Fledermausbehausung umzubauen. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts", erklärt Nina Forster von der Gemeinde Ursensollen. Die Jugendlichen im Alter von 16 bis 26 Jahren haben unter Anleitung der Firma Klebl aus Neumarkt und von Landschaftsarchitekt Trepesch fleißig gearbeitet: Sie haben alten Schutt abgetragen, eine neue Bruchsteinmauer im Eingangsbereich aufgeschüttet und unterschiedliche Wärmezonen für die Fledermäuse geschaffen.

"Mit dem Projekt möchten wir einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität aber auch zur interkulturellen Verständigung leisten", erklärt Thomas Gollwitzer, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung. Bürgermeister Franz Mädler "freut es besonders, dass wir damit ein Stück Geschichte vor dem Verfall schützen".

Heimatpfleger und dritter Bürgermeister Josef Schmaußer pflichtet ihm bei: "Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird in der Gegenwart scheitern und die Zukunft nicht meistern."

Bereits 1811 wurde der Keller erstmals schriftlich erwähnt. Nach seiner Nutzung als Bierfass-Lager stand er seit den 1950er-Jahren leer und wurde danach auch vermehrt von Vandalismus, auch durch Feuer, zerstört.

Wegweiser als Hingucker

Eigentümer Wolfgang Gehr freut sich, "dass der Keller durch das Projekt wieder eine neue Benutzung gefunden hat". Bis zum Projektende am 17. August werden noch der Außenbereich bepflanzt und Infotafeln aufgestellt. Anschließend wird die Fledermaushöhle bis auf ein paar Einflug-Luken verschlossen.

Ein besonderer Hingucker wird ein hölzerner Wegweiser sein: Auf diesem konnten sich alle Teilnehmer verewigen, mit ihrem Namen, ihrem Heimatort und seiner Entfernung zu Ursensollen - teilweise sind das über 10 000 Kilometer.

Die Vorgeschichte

 
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