13.06.2018 - 18:34 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Ursensollen unter der Lupe

Von seiner schönsten Seite hat sich die Gemeinde Ursensollen am Mittwoch gezeigt: Denn eine Bewertungskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" machte sich vor Ort ein Bild.

Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler (links) stellt die Vorzüge seiner Gemeinde dar: Die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hört fleißig zu und macht sich Notizen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Mit orangefarbenen Klemmbrettern unter dem Arm stiegen die Bewerter der Kommission für "Unser Dorf hat Zukunft" am Mittwochnachmittag aus dem Bus. Am Ursensollener Rathaus warteten da schon die Kleinen des Kindergartens St. Vitus, um ein Lied zu singen. Die 15-köpfige Jury - bestehend aus Architekten, Stadtplanern, einer Bäuerin und einem Bürgermeister und Gartenbauexperten - war gekommen, um Ursensollen bei den Themen Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Entwicklung sowie Grüngestaltung und Entwicklung und das "Dorf in der Landschaft" genau unter die Lupe zu nehmen.

Noch vor dem Ergebnis auf Landesebene steht für Landrat Richard Reisinger fest: "Ursensollen hat es auf wunderbare Weise geschafft, ländliches kulturelles Leben mit moderner Unternehmenskulisse stimmig und nachhaltig zu paaren." Doch auch der Bürgermeister Franz Mädler selbst lobte die Vorzüge seiner Gemeinde, um die Bewerter zu überzeugen und nahm sie schließlich mit auf einen Rundgang durch den Ort. Insgesamt zwölf Kunstwerke ließen sich in der Gemeinde finden, erklärte Mädler. "Eines der schönsten ist der Brunnen vor dem Rathaus." Er zeigt den Minnesänger Albrecht von Scharfenberg der hiesigen Künstlerin Sabine Mädl. Weiter ging es wie an einer "Perlenschnur" vom Rathaus zum Kirchenvorplatz, zur Dorfwiese mit Freibühne, zu den beiden Dorfweihern und zur Mittelschule. Dort ist ja bekanntlich Ursensollens Kulturzentrum Kubus angeschlossen.

Künstlerin Sabine Mädl zeigt den Bewertern ihre Gänseliesl-Skulptur.

Neues für Senioren

Immer wieder gaben die Experten der Gemeinde Erläuterungen an den einzelnen Stationen. Der Seniorenbeauftragte Norbert Schmid berichtete etwa über den Erfolg des 2009 gegründeten Seniorennetzwerks. Darin sind alle Aktivitäten von Pfarreien, Vereinen und der Gemeinde für die älteren Ursensollener zusammengefasst. "Somit können wir immer wieder Neues bieten", ist er vom Konzept überzeugt.

Auch die Nachbarschaftshilfe mit nun 30 Ehrenamtlichen und rund 30 Einsätzen im Jahr für Behinderte, Ältere und Familien, die kurzfristig Hilfe benötigten, "hat sich riesig entwickelt"." Während sich die Bewerter emsig Notizen machten, ging es am idyllisch gelegenen Wasserlauf am Dorfplatz weiter zum Kubus. In die ehemalige Turnhalle, die nun ein Veranstaltungsort mit "Auftritten namhafter Künstler und tollen Vorträgen" ist, sagte Mädler, dass auch regenerative Energien ein großes Thema in Ursensollen seien. "Es ist wohl einzigartig in Bayern, dass eine Gemeinde ein eigenes Windrad hat." Etwa 60 Bürger hätten sich an dem Projekt beteiligt. Zudem würden 350 private Photovoltaikanlagen innerhalb der Gemeinde zu neuen Energieformen beitragen.

Fledermäuse im Fokus

Auch in die Waagschale warf Mädler das Engagement seines Orts in Sachen Ökologie: Er nannte als Beispiel die Fledermäuse, die in einem alten Trafohäuschen und demnächst im ehemaligen Bräukeller ein artgerechtes Zuhause finden. Damit nicht genug: Die Jury konnte sich auch davon überzeugen, dass Ursensollen mit der Sternwarte bzw. des Neubaus des Planetariums auch außergewöhnliches Freizeiteinrichtungen besitzt.

Sollte Ursensollen im bayernweiten Vergleich eine Goldmedaille erringen, dann darf die Gemeinde 2019 im Bundesentscheid antreten. Die Jury ist noch bis 22. Juni unterwegs - unter anderem vertritt der Markt Lam (Landkreis Cham) neben Ursensollen die Oberpfalz.

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