28.03.2019 - 16:04 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Vorgeschmack auf das 3D-Planetarium in Ursensollen

Wenn Ruhe ein Vorgeschmack auf Dunkelheit ist, dann ist das der genau richtige Ort. Nahe Ursensollen entsteht nicht weit hinter dem Sportplatz eine Sternwarte mit 3-D-Planetarium. Unerwünscht ist dort nur eins: Licht

In diesem Raum entsteht das 3-D-Planetarium. Die Decke wird dann aus einer nach unten offenen Aluminium-Halbkugel mit einem Durchmesser von 6,6 Metern sein, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Volkssternwarte, Matthias Mändl (rechts), Ursensollens stellvertretendem Bürgermeister Norbert Schmid.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

In der Nachbargemeinde von Amberg gibt es derzeit zwei Baustellen, die das Zeug zu einem herausragenden Renommee haben. Eine thront förmlich voluminös über der Autobahn - die künftige Zentrale der Grammer AG. Die andere versteckt sich in einer Waldlichtung hinter dem Sportplatz - eine Sternwarte mit 3-D-Planetarium. Dieses Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde, des Fördervereins Volkssternwarte und des Naturparks Hirschwald soll im Oktober eröffnet werden.

Vorpremiere am Samstag

Eine Art Vorpremiere gibt es am Samstag, 30. März. Anlässlich des deutschen Astronomietags wird in der örtlichen Mittelschule das Vorstandsmitglied der Volkssternwarte, Joachim Siegert ab 19.30 Uhr zum Leitmotiv dieses Tages, "Möge die Nacht mit uns sein. Licht aus - Sterne an!" referieren. Er spricht über "Lichtverschmutzung: Was ist das und wer leidet darunter". Indirekt erklärt sich damit der Standort der neuen Sternwarte samt Planetarium für bis zu 30 Besucher. Sie entsteht dort, wo das alte Provisorium schon stand. "Die Lichtglocke von Amberg im Rücken und mit einem guten Blick nach Süden", erklärt Fördervereinsvorsitzender Matthias Mändl die Vorteile des Standortes. Für Sterngucker sei nämlich "im Norden nichts los, immer das gleiche Bild". Das Interesse der Astronomen konzentriere sich auf die anderen Himmelsrichtungen, hauptsächlich gen Süden.

Rohbau schon fertig

Bauherr dieses Gemeinschaftsprojekts, das insgesamt 2,2 Millionen Euro kostet, ist die Gemeinde, die nach der Fertigstellung den Bau an den Förderverein Volkssternwarte Amberg-Ursensollen verpachten wird. Gemeinschaftsprojekt, betonte stellvertretender Bürgermeister Norbert Schmid, bedeute unter anderem dass auch der Naturpark Hirschwald mit im Boot sei und auch Mittel aus der Jugendförderung fließen würden. So komme das Vorhaben auf einen Förderquote von rund 70 Prozent, wobei der Freistaat und die EU die beiden Hauptfinanziers seien.

Bei einem Baustellenbesuch am Donnerstagvormittag offenbarte sich das Projekt als im Rohbau fertiggestellt. Das Erscheinungsbild ist durch zwei klare Quader gekennzeichnet, wobei einer eher in Richtung Rechteck-Säule tendiert. Darin wird einmal das 3-D-Planetarium untergebracht sein. "Meines Wissens nach gibt es bisher nur in Hamburg eins mit dieser Technik", unterstrich Mändl die Einzigartigkeit in Süddeutschland.

Im Oktober soll die neue Sternwarte in Betrieb gehen, wobei der Förderverein mit einem weiteren Novum aufwartet: Es wird ein extra Teleskop geben, das auch Rollstuhlfahrer problemlos nutzen können. In den Astronomietag am Samstag wird sich auch der Naturpark Hirschpark mit einer Ausstellung von Postern einbringen, die sich mit der Lichtverschmutzung im Nationalpark Bayerischer Wald befasst. Wenn es das Wetter zulässt, sollen Himmelsbeobachtungen mit Teleskopen der Sternwarte am Dorfplatz von Ursensollen möglich sein. Seite 3Weitere Infos: www.volkssternwarte-amberg.de

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