Andreas Winkler baut sein Holzhaus selbst

Standard ist bei Andreas Winkler nichts. Während andere schon daran scheitern, einen Nagel in die Wand zu hauen, hat er sich sein 180 Quadratmeter großes Traumhaus einfach selbst gebaut. Jetzt will er das mit der ganzen Dorfgemeinde feiern.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Sich ein Haus "von der Stange" zu kaufen, wäre Andreas Winkler zu einfach gewesen. Der gelernte Schreiner hat den Traum vom Eigenheim zu seinem persönlichen Projekt gemacht. Die Idee, selbst ein Haus zu bauen, kam ihm, als er mitgeholfen hat das Sportheim in Ursulapoppenricht zu bauen. "Das kann ich daheim auch", dachte er sich und legte mit den Planungen los.

Nach sechs Jahren Bauzeit (2010 bis 2016) ist er stolz auf das Ergebnis: 180 Quadratmeter Wohnfläche verteilt auf 13 Räume, drei Etagen, 15 Türen. Alle Holz-Möbel, die komplette Inneneinrichtung, auch das Fliesenlegen im Bad - das alles hat Winkler mit seinen Händen erarbeitet. Immer nach Feierabend, als er noch als Schreiner gearbeitet hat. "Bei 10 000 Arbeitsstunden habe ich aufgehört zu zählen", sagt der 43-Jährige und lacht.

Es gibt nur wenige Menschen, die das durchhalten würden. "Mittendrin habe ich mir gedacht: ,Was hast du da bloß gemacht'", gesteht der gebürtige Höhengauer. Doch irgendwie hat er dann doch durchgehalten - und ist jetzt umso begeisterter.

Das beste Holz für den Hausbau

Alleine für das Haus verwendete er 40 Kubikmeter Holz. Ähnlich wie bei der Bauweise von Fertighäusern, fertigte er 18 Teile in der Maschinenhalle seines Onkels Alois an. Daraus entstanden die Wände. Das Holz ist fast ausschließlich unbehandelte Lärche. Einfach das beste Holz laut Winkler. Ihm war besonders wichtig, dass es naturbelassen blieb. Außerdem sollte es sich in das Dorfbild in Ursulapoppenricht harmonisch einfügen. Dass es mit der Zeit und durch Wettereinflüsse nachdunkelt, macht den besonderen Charme des Holzhauses aus. "Und wenn es nach mehreren Jahren zu stark verwittert ist, verkleide ich die Außenfassade einfach neu", meint er.

Esstisch aus Eiche im XXL-Format

Im Inneren des Hauses steigt einem sofort der typische, angenehme Holzgeruch in die Nase. Im offen gestalteten Wohn-, Ess- und Küchenbereich wird schnell das Herzstück des Hauses deutlich: Der Esstisch im XXL-Format. Ein Traum aus Eiche-Rustikal mit den Maßen 420 mal 125 Zentimeter. "Dass der Tisch so sein muss, war von Beginn der Planungen klar. Das Haus wurde quasi drumherum geplant." Ehrensache, die Eichenplatte ist von der Großmutter.

Der Vermessungsbeamte hat zu jedem Stückchen Holz in seinem Haus eine Beziehung. Da ist zum Beispiel der Couchtisch, den er aus ausgedienten Türen gebaut hat. Für so einen würde mancher Liebhaber von exklusiven Möbeln viel Geld bezahlen. Auch zu der Treppe, die in den ersten Stock führt, gibt es eine Geschichte. Die war nämlich mal eine Eiche im Garten - regionaler hergestellt geht es nun wirklich nicht. Nachhaltigkeit ist für Winkler ohnehin ein großes Thema. Sein Niedrigenergiehaus beansprucht kaum Umwelt-Ressourcen.

Es gibt übrigens auch eine Sache, die Andreas Winkler seiner Meinung nach nicht "kann". "Die Terrasse war das Einzige, was ich nicht so gerne gemacht habe", gesteht er. Doch auch die sieht aus wie vom Profi. Nach den Strapazen des Hausbaus hat Winkler vor kurzem noch eine zum Haus zugehörige Gerätescheune fertiggestellt. "Das hat sogar wieder richtig Spaß gemacht", erzählt er. Schon vor Beginn des Hausbaus hatte er für sich entschieden, sollte alles gut gehen, würde er ein Fest veranstalten. Kommendes Wochenende macht er das Versprechen wahr.

Weinfest und Einweihung des Marterls:

Andreas Winkler, der nebenbei auch einen Weinhandel hat, lädt zusammen mit der Familie Laubenstein zum Weinfest am Samstag, 13. Juli, ab 19 Uhr ein. Adresse ist der Höhengauer Weg 2 in Ursulapoppenricht. Am Tag darauf, Sonntag, 14. Juli, steigt das Marterlfest. Um 10 Uhr ist der Gottesdienst mit anschließender Segnung des Marterls. Ab 11 Uhr bewirtet Andreas Winkler auf seinem Grundstück.

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