13.08.2019 - 10:02 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Holz als Hobby: Zu Besuch bei Gerhard Konhäuser

Eine Sitzgruppe aus Lärchenholz im Garten, unzählige Deko-Artikel im ersten Stock und eine Werkstatt im zweiten - das weist auf geschickte Hände hin. Gerhard Konhäuser hat sie: als Krankenpfleger und bei seinem Hobby als Holzwerker.

von Helga KammProfil

"Angefangen hab ich schon mit zehn Jahren", erzählt Gerhard Konhäuser. "Aus Sperrholzplatten, mit einer Laubsäge vom Waldmann und Farben vom Raum hab ich zum Muttertag was gebastelt." Der heute 55-Jährige ist mit drei Geschwistern als Gerhard Kraus in der Neustadt aufgewachsen, die Mutter alleinerziehend, weil der Vater durch einen Unfall in der Maxhütte früh verstorben ist. Er erlernte den Beruf des Elektrikers und ließ sich zum Sanitäter ausbilden. Durch diese Tätigkeit wurde ihm irgendwann klar: "Handwerk ist zwar schön, lieber aber wäre mir etwas Soziales". Er machte von 1990 bis 1993 eine Krankenpflege-Ausbildung im St.-Anna-Krankenhaus und ist seitdem dort beschäftigt, derzeit als Pfleger im OP-Bereich.

Aus Ikea-Möbeln Unikate gebaut

"Mit 24 habe ich mit dem Möbelbau angefangen", erinnert sich Konhäuser. Für seine erste Wohnung hat er sich preiswerte Ikea-Möbel gekauft und diese dann nach seinen Vorstellungen umgebaut. Damals hat er das Holz noch aus dem Baumarkt geholt, heute hat er längst andere Quellen: Bäume, die er im Wald fällen darf oder andere, die ihm Gartenbesitzer anbieten. Unscheinbare Stämme sind das oft, aber das Auge des Holzwerkers sieht unter der Rinde die Schönheit und Maserung des Holzes und im Geiste wohl auch schon, was daraus gemacht werden kann.

Gerhard Kraus hat geheiratet, den Namen Konhäuser seiner Frau Sandra angenommen, 1998 sein Haus am Stadtpark Nummer 1 gebaut und drei Kinder großgezogen. "Keines von denen hat meine Liebe zum Holz geerbt", bedauert der Vater. Seine Frau allerdings ließ sich anstecken. Sie macht Laubsägearbeiten und malt sie bunt an, kreative Arbeiten vor allem für Kinder. "Und sie ist mein treuer Begleiter auf den Märkten", freut sich der Ehemann.

Aus dem Hobby-Handwerker ist mittlerweile ein Kleinunternehmer geworden. In seinem Schauraum stapeln sich vor allem verkaufsbereite Holzarbeiten, er nimmt Bestellungen an und besucht verschiedene Märkte. Was vor Jahren mit dem Bau eines Bettes und eines Fernsehschrankes begann, fortgesetzt wurde mit Kleiderschränken und Küchen hat sich verändert. "Das Haus ist voll, es braucht keine Möbel mehr", sagt Konhäuser. Heute sind es vor allem Deko-Artikel, gesägt, gedrechselt, aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzt, die er in seiner Werkstatt herstellt. Gedrechselte Schalen und Vasen, Pilze, Kerzenhalter, Herzen und Sterne, Brotzeit- und Servierbretter - sein kleiner Ausstellungsraum quillt über von Dingen aus Holz. Selbst Schmuck wie Ohrringe und Halsketten sind darunter. Besonders auffallend sind Baumscheiben mit unterschiedlichen Maserungen und Mustern, fein geschnitten und geschliffen. "Ich habe bis ins letzte Detail alles selber gemacht", versichert der Künstler, "das ist heute nicht mehr oft der Fall".

Auch Andreas Winkler aus Ursulapoppenricht hat eine Leidenschaft für Holz - und hat sich gleich ein ganzes Haus selbst gebaut

Ursulapoppenricht bei Hahnbach

Holz prägt das Zuhause

Zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche verbringt Konhäuser in seiner Werkstatt im zweiten Stock seines Hauses, wo all seine Maschinen stehen: die Kreis- und die Stichsäge, die Hobel- und die Drechselmaschine und die Bandsäge. Ein Kleinsägewerk mit Kettensäge hat sich der Bastler selbst gebaut, kann damit Baumstämme bearbeiten und zuschneiden. Den Umgang mit all den Maschinen hat er sich selber beigebracht, "mit Vorsicht, Respekt und ein klein wenig Angst", wie er gesteht. Kleinere Schrammen ließen sich dabei nicht vermeiden. "Aber die Finger sind alle noch dran". Schon draußen im Garten weist vieles auf die Leidenschaft des Hausherrn hin. Blickfang ist ein großer Tisch, dazu zwei Bänke mit Lehnen, gemacht aus Lärchen- und Eichenholz. "Ich weiß noch, wo der Baum für die Lehnen gestanden ist, draußen in Prohof", erinnert sich Konhäuser, der oft selber Bäume fällt, "das macht Freude".

Er ist gern in seiner Werkstatt und er liebt den Wald und die Natur. In seinem Holzlager sammelt er die Stämme, Äste, Rinden und Pilze, lässt sie manchmal ein wenig verwittern, "weil sie dann noch schöner werden". Konhäuser will aber nicht nur nehmen, sondern auch geben. In seinem Garten zieht er aus Samen und Früchten Nachwuchs heran. Vielleicht werden ja einmal große Bäume daraus, aus denen ein Holzwerker in einer anderen Zeit wieder schöne Dinge machen kann.

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