Nicht länger Schicht im Schacht

Was lange währt, wird endlich gut: Der Personenaufzug im Kommunikationszentrum Ursulapoppenricht wird offiziell in Betrieb genommen. Die baulichen Voraussetzungen dafür waren schon vor vielen Jahren geschaffen worden.

Mit Bürgermeister Bernhard Lindner und Baudirektor Thomas Gollwitzer (zweite Reihe, ab Dritter von links) freuen sich die Ursulapoppenrichter über den Personenaufzug im Kommunikationszentrum.
von Josef IbererProfil

Nach der Schließung des Dorfgasthauses wurde in den Jahren 2002 bis 2004 das Kommunikationszentrum als Anbau an das bestehende Sportheim der Sportfreunde Ursulapoppenricht errichtet. Örtliche Vereine und Gemeinschaften sollten es nutzen können. Architekt Hans Braun achtete damals schon darauf, dass alle Stockwerke barrierefrei erreicht werden können und ließ einen Aufzugsschacht einbauen. Mangels einer tragfähigen Finanzierung konnte die Installation eines Personenaufzugs aber nicht verwirklicht werden.

Bürgermeister Bernhard Lindner schilderte bei der offiziellen Inbetriebnahme das weitere Vorgehen. Nach dem ELER-Programmaufruf des Amts für ländliche Entwicklung bat er Landtagsabgeordneten Harald Schwartz, sich dafür einzusetzen, dass das Kriterium Barrierefreiheit in die Ausführungsbestimmungen für diese Förderkulisse aufgenommen wird. Ziel war es, unter Nutzung dieser europäischen Fördermittel, den seit 15 Jahren leeren Aufzugschacht zu füllen. Nach dem Beschluss des Marktgemeinderates erfolgte im Juni 2017 der Zuwendungsbescheid in Höhe von 35 000 Euro vom Amt für ländliche Entwicklung, die Gesamtkosten lagen bei etwa 70 000 Euro. So konnte mit der Restfinanzierung durch die Marktgemeinde der Einbau des Aufzugs mit einer Tragfähigkeit von 1000 Kilogramm beziehungsweise elf Personen angegangen werden konnte. Lindner dankte Bauamtsleiter Christian Gräßmann für den störungsfreien Einbau im "laufenden Betrieb des Kommunikationszentrums".

Der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, Leitender Baudirektor Thomas Gollwitzer, bezeichnete diese scheinbar kleine Maßnahme als eine sehr bedeutsame. "Damit wurde durch den Markt Hahnbach ein Zeichen gesetzt, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammengehören." Im Grundgesetz sei festgelegt, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Die Realität sehe vielfach anders aus. Das Denken und Handeln jedes einzelnen Bürgers müsse sich ändern.

Auch der Inklusionsbeauftragte des Landkreises, Georg Dietrich, sowie der Vorsitzende der Sportfreunde Ursulapoppenricht, Georg Erras, lobten die überfällige Realisierung des Aufzugs.

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