03.03.2020 - 17:10 Uhr
Oberpfalz

Verpackungsalternative aus der Natur

Wer plastikfreier leben möchte, kann auf Frischhaltefolie verzichten und statt dessen zu Bienenwachstüchern greifen. Sie sind geeignet zum Verpacken vieler Lebensmittel und bei guter Pflege langlebig.

Auch für den Tiefkühler eignen sich Bienenwachstücher.
von Autor AJAProfil

Plastik hat viele alltägliche Dinge vereinfacht. Plastik ist praktisch. Und dennoch gibt es einen großen Nachteil: Plastik schadet unserer Umwelt und macht den Planeten Erde kaputt. Plastikfrei leben, erscheint vielen unmöglich. Und doch kann jeder mit kleinen Maßnahmen zu einem geringeren Plastikverbrauch beitragen. Da auch ich einen kleinen Beitrag leisten möchte, habe ich Schluss gemacht. Schluss mit der nur allzu beliebten Frischhaltefolie. Stattdessen schwöre ich nun auf Bienenwachstücher. Sie sind total natürlich und enthalten keinerlei Plastik.

Warum? Weil sie aus einem Baumwollstoff, der mit einer Wachs-Mischung beschichtet wird, bestehen. Wachs hat einen entscheidenden Vorteil: Es kann durch Wärme flexibel verformt werden, das heißt durch die Wärme meiner Hände kann ich das Bienenwachstuch verformen und die Passform perfekt auf das zu verpackende Lebensmittel oder einen Behälter anpassen.

Die Tücher werden mit Bienenwachs und Jojobaöl behandelt. Dadurch ist das Produkt antibakteriell. Das heißt, verpackte Lebensmittel sind länger haltbar und die spezielle Kombination aus Baumwollstoff, Wachs und Öl sorgt dafür, dass sich kein Kondenswasser bilden kann. Zudem verhindert es die Entstehung von Schimmel. Daher ist Käse beispielsweise in einem Bienenwachstuch wesentlich besser aufgehoben, als in einer Plastikdose oder Frischhaltefolie.

Weiterer Vorteil: Bienenwachstücher sind sehr langlebig und halten mehrere Jahre, wenn sie gut gepflegt werden.

Mit diesen fünf Tipps ist die Reinigung ein echter Klacks:

1. Bienenwachstücher dürfen keinesfalls in den Geschirrspüler oder in die Waschmaschine. Die Hitze schadet der Wachsschicht. Daher gilt: Kaltes oder lauwarmes Wasser und etwas Spülmittel für die Reinigung verwenden.

2. Keine Spülbürsten mit harten Borsten benutzen. In der Regel reicht es, wenn das Tuch mit einem Spülschwamm oder Küchentuch leicht abgewischt wird.

3. Aussortierte Bienenwachstücher nicht wegwerfen, sondern zweitverwerten: Klein geschnitten sind sie perfekt als Anzündhilfe für Kamin, Grill oder Heizofen geeignet. Ansonsten bitte auf den Kompost oder in den Bio-Müll werfen.

4. Nach der Reinigung die Tücher mit klarem Wasser abspülen und die Wasserperlen etwas abschütteln. Zum Trocknen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Trockentupfen mit einem Handtuch, auf ein Geschirrtuch legen und abwarten, mit Holzklammern aufhängen. Bitte nicht auf die Heizung legen. Die Hitze schadet der Wachsschicht.

5. So lassen sich Bienenwachstücher nach Verschleiß auffrischen: Das Wachstuch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und das Tuch für ein paar Minuten im Ofen bei 70 Grad erwärmen, bis sich die Wachsschicht gleichmäßig auf dem Tuch verteilt hat. Zusätzlich kann vor dem Erwärmen neues Bienenwachs auf das Tuch gegeben werden. Anschließend mit Hilfe eines Pinsels das flüssige Wachs gleichmäßig verstreichen. Nach dem Abkühlen das Bienenwachstuch vorsichtig hin und her wedeln. Zu beachten: Die Tücher von Hitzequellen, direkter Sonne sowie von rohem Fleisch und Fisch fernhalten.

Fazit: Ob zum Abdecken, Frischhalten oder zum Verpacken des Pausenbrots - Bienenwachstücher sind eine hygienische, nachhaltige und schöne Alternative. Abfall wird reduziert und der Geldbeutel geschont. Lebensmittel bleiben länger haltbar. Positiver Nebeneffekt: Der Duft nach Honig und die vielen schönen Motive darauf versüßen den Alltag.

Selbst gemacht:

Bienenwachstücher

Bienenwachstücher gibt es in Drogeriemärkten und online zukaufen. Sie lassen sich aber auch problemlos und mit wenig Aufwand selbst herstellen. So funktioniert es:

Das wird benötigt:

Stoffreste aus Baumwolle oder Leinen;

Bienenwachspastillen in Bio-Qualität, am besten vom regionalen Imker;

etwas Jojobaöl;

Backpinsel und Backpapier

So wird es gemacht:

Den Stoff auf die gewünschte Größe zuschneiden, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit etwas Jojobaöl einstreichen. Bienenwachs auf das Tuch geben. Das Tuch bei 85 Grad Ober- und Unterhitze für fünf Minuten in den Backofen geben, bis die Bienenwachspastillen schmelzen. Das flüssige Wachs dann mit einem Pinsel verstreichen. Das noch warme Tuch zum Trocknen aufhängen. Schon nach kürzester Trockenzeit ist das selbst gemachte Bienenwachstuch einsatzbereit. Nach Bedarf zwischen zwei Backpapier-Stücken bügeln. Fertig! (aja)

Hintergrund:

Dafür eignen sich Bienenwachstücher

Abdecken von Schüsseln, Einmachgläsern, Tellern & Co.

Frischhalten von Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Brot

Verpacken von Sandwiches und Snacks

Einfrieren

Ein Bienenwachsbeutel hält den Obstsnack für die Pause frisch.
Bienenwachstücher sind eine Alternative zu Frischhaltefolie.
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