16.01.2020 - 15:46 Uhr
VilseckOberpfalz

50 Jahre Skilift Unterweißenbach

Die Geschichte des Skilifts in Unterweißenbach begann im Frühjahr 1969 als bekannt wurde, dass der jetzigen Skiberg als Wald angepflanzt werden sollte. Zum Glück für alle Brettlfans kam dann alles anders.

Das Gelände musste, bevor der Skilift gebaut werden konnte, erst einmal entsprechend bearbeitet werden, damit später der Schlepper die Skifahrer sicher auf den Berg brachte.
von Autor BRAProfil

Der Hang war für Familien, auch aus der Umgebung, ein beliebtes Gelände zum Ski- und Schlittenfahren. Einer war der Hahnbacher Sepp Eckl, der den Verlust der Wintersportmöglichkeit nicht hinnehmen wollte. Er wurde aktiv. Er nahm kurzerhand die drei Landwirte im Ort und fuhr mit ihnen nach Mertenberg, um den neuen Skilift anzuschauen. Hier erklärte er ihnen, dass sie es genauso machen müssen.

Nach einigen Beratungen kamen sie aber zu dem Entschluss, "das ist nichts für uns". Dann entschloss sich Peter Gradl seinem Sohn Bartholomäus das Geld zum Skiliftbau zu geben und für diesen war nachfolgend der Skilift bis zu seinem Tod sein ein und alles. Mit Landrat Hans Raß, einem großen Förderer von Freizeiteinrichtungen im Landkreis, hatte man einen wichtigen Unterstützer bei den behördlichen Genehmigungsverfahren, die er zur Chefsache machte.

Im Herbst 1969 war es dann soweit. Die Bauarbeiten begannen mit dem Abschieben und Nivellieren der Liftbahn. Als Anfang November der Wetterbericht Schnee ansagte, glaubte noch niemand, dass jetzt der Winter kommt und der Schnee bis Ende März liegen bleibt. Doch genau so war es. Der Schnee kam in diesem Winter schneller und man wartete auf den Lift. Unterstützung gab es von Otto Einhäupl, dessen Firma mithalf, damit preisgünstig gebaut werden konnte. Aber dann stellte man fest, dass es gar nicht so leicht ist, einen Skilift so zu bauen, um auch eine TÜV-Abnahme zu erhalten. Erst im Januar konnte der Lift fertiggestellt werden und in Betrieb gehen.

Die Begeisterung am Skisport war riesig, aber das Skifahren will gelernt sein, und am Anfang war es kein elegantes Wedeln, sondern mehr ein Umherkugeln und eine Materialschlacht der Skifahrer. Etliche Holzski gingen dabei zu Bruch. Schnell merkte man, dass sich etwas ändern muss an dieser Situation. Man brauchte jemanden, der den Leuten das Skifahren beibringt. Dies übernahm dann der neugegründete Skiclub. Im Sommer 1970 wurde an der Talstation eine Skihütte mit drei kleinen Tischen zum Ausruhen und Aufwärmen errichtet.

Um einen reibungslosen Liftbetrieb zu ermöglichen wurde im Herbst 1970 oben am Berg das von Max Ostermann überlassene Gartenhäuschen zur Überwachungs- und Schutzhütte durch den Skiclub ausgebaut. So konnte man sich auf auch am "Gipfel" aufwärmen und noch wichtiger, es konnte der Lift ein und ausgeschaltet werden. Die Eröffnungsfahrt des Skiclubs 1985 ins Stubaital animierte Bartholomäus Gradl aufgrund des Panoramablicks auch in Unterweißenbach mit der Unterstützung der Skiclub-Mitglieder eine neue und größere Hütte zu bauen – mit schönen großen Fenstern mit Blick zur Piste.

Die Einweihung des Skilifts der Familie Gradl am 17. Januar 1970 erfolgte unter Teilnahme vieler Wintersportbegeisterter und der Bewohner aus Unterweißenbach und der umliegenden Orte. Landrat Hans Raß war Ehrengast und Pfarrer Anton Beer segnete die Anlage.
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