12.04.2019 - 17:49 Uhr
VilseckOberpfalz

Bahn saniert zwischen Neukirchen und Vilseck: Bürger sind sauer

Das Interesse der Zuhörer war groß, im Stadtrat ging es um die Sanierung des Bahndamms zwischen Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg und Vilseck. Die Bürger fühlen sich schlecht und auch viel zu spät informiert.

Am Vilsecker Bahnhof steht auf einem Nebengleis bereits ein Gleisbauzug parat. Bis August wird er auf der Großbaustelle zur Gleiserneuerung zwischen Neukirchen und Vilseck eingesetzt.
von Klaus HöglProfil

Im Mittelpunkt der Kritik steht eine 31-Millionen-Euro-Großbaustelle der Bahn. Über dieses Projekt fühlen sich die Bürger in Vilseck von der Bahn viel zu spät und auch nur unzureichend, teilweise falsch oder gar nicht informiert: Ihrem Ärger darüber machten sie auch schon bei einer Bürgerversammlung Luft.

Nach Ostern geht's los

Nach Ostern saniert die Bahn die Strecke zwischen Neukirchen und Vilseck. In rund drei Monaten soll auf knapp zwei Kilometern Länge der Bahndamm auf Vordermann gebracht werden. Mit Bohrgeräten und hydraulischen Bindemitteln ("Mixed-in-Place-Verfahren") wird der Untergrund stabilisiert. Außerdem erneuert die Bahn mit eigenen Großbaumaschinen und Umbauzügen rund zehn Kilometer Gleis. Details nannte Marco Schäff von der Deutschen Bahn: Neu eingebracht werden 23 000 Meter Schiene, 17 500 Betonschwellen und 45 000 Tonnen Schotter, entsorgt werden 22 800 Meter Schiene, 17 500 Stück Holz- und Betonschwellen, 46 000 Tonnen Schotter und 24 000 Tonnen Boden. "Die reibungslose Abwicklung des Schienenverkehrs als wichtiger öffentlicher Belang wäre unmittelbar gefährdet, wenn die Arbeiten nur außerhalb der geschützten Nachtzeit (22 bis 7 Uhr) und nur an Werktagen durchgeführt werden können", teilt die Bahn mit. Das heißt: Wenn's sein muss, wird auch nachts gearbeitet.

Von Dienstag, 23. April, bis Sonntag, 4. August, werden die Arbeiten dauern. Zwischen Neukirchen und Vilseck werden vom 23. April bis 2. August die Regionalzüge durch Busse ersetzt. In Vilseck warten die Züge auf die Busse und fahren bis zu 40 Minuten später nach Weiden. In der Gegenrichtung starten die Züge bis zu 40 Minuten früher in Weiden nach Vilseck, um dort die Busse zu erreichen. So ist die Planung der Bahn.

Hintergrund:

Massive Kritik

In Vilseck waren jetzt Vertreter der Bahn und den bauausführenden Firmen eingeladen: Sie mussten sich zahlreiche Beschwerden, Bedenken und Sorgen anhören – manche berechtigt und sachlich, manche wohl auch übertrieben. Jedenfalls hieß es 90 Minuten lang „Feuer frei“ für die betroffenen Anwohner.

Der enorme zu erwartende und Schwer-Lastverkehr, beschädigte Straßen, Bankette, Zerstörung von Feldwegen , ganz abgesehen von drei Monaten Lärmbelästigung – die Diskutanten sparten nicht mit massiver Kritik an der mangelhaften Informationspolitik der Bahn. Was tut sie, um mögliche Schäden zu beseitigen? Eine Bürgschaft von je 50 000 Euro soll die Bahn bei den betroffenen Kommunen Edelsfeld und Vilseck hinterlegen. Klare Aussagen zugunsten Vilsecks wollte Bürgermeister Hans Martin Schertl von den Vertretern der Bahn und den Baufirmen haben. Nach eineinhalb Stunden war aber nur klar, dass die Baumßnahme durchgeführt werden muss.

Die Verwaltung hat erst durch Stadtrat Markus Graf in der vorletzten Stadtratssitzung vom Umfang der Maßnahmen erfahren. Vorher hatte es im November 2018 nur eine Ankündigung der Bahn gegeben, "der nicht zu entnehmen war, dass es sich um so eine Großbaustelle" handele, kritisierte Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Und bis "zu dieser Sitzung hatte die Stadt Vilseck keine offiziellen Informationen der Bahn". In den vergangenen zwei Wochen hätten Bahn-Mitarbeiter in Vilseck und Schönlind nach Ablageflächen als Zwischenlager für entsorgtes Material gesucht. Eine erste Infoveranstaltung mit Vertretern der Bahn und den beteiligten Firmen habe es am 28. März gegeben, kritisierte Schertl.

Stadt wusste von nichts

Im Blickpunkt

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