06.03.2020 - 15:07 Uhr
VilseckOberpfalz

BRK-Seniorenheim Vilseck: Alle Weichen auf Neubau gestellt

Die Hängepartie für Bewohner und Mitarbeiter des BRK-Seniorenheims St. Ägidius geht zu Ende: Zu Wochenbeginn traf der Vorstand des BRK-Kreisverbands Amberg-Sulzbach die Grundsatzentscheidung zum Neubau der Einrichtung.

BRK-Krteisgeschäftsführer Sebastian Schaller.
von Externer BeitragProfil
Bürgermeister Hans-Martin Schertl.
Landrat Richard Reisinger.

Beschlossen wurde die Beauftragung von Leistungen zur Planung und Konzeptionierung eines Neubaus. Dafür möchte der Kreisverband einen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen. Stationäre Pflege und Erhalt der Arbeitsplätze ist dabei gesetzt, hieß es am Freitag in einer Pressemitteilung. Die Platzzahl soll von heute 43 auf 65 bis 70 erhöht werden.Ferner möchte der Kreisverband auf Basis einer Bedarfserhebung prüfen, ob weitere Leistungen wie Tagespflege, betreutes Wohnen oder eine Kindertagesstätte integriert werden.

In Neubau integrieren

Dazu wird BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller zitiert: "Wenn für eine dieser Leistungen in Vilseck Bedarf besteht, werden wir sie in den Neubau integrieren. " Auf dem weitläufigen Grundstück des heutigen Heims soll ein moderner Neubau entstehen. Das Grundstück möchte das Rote Kreuz vom Landkreis erwerben, die Verhandlungen sind in wesentlichen Teilen abgeschlossen. Schaller hierzu: "Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung des Landkreises. Auf der Suche nach Lösungen war die Kreisverwaltung konstant an unserer Seite. Wir bekamen rasch die Zusage, dass die von uns geplanten zusätzlichen Plätze als bedarfsgerecht anerkannt werden. In den Preisverhandlungen wurde berücksichtigt, dass wir den Grund nicht nutzen, um daraus Gewinne zu erzielen, sondern um gemeinnützig soziale Leistungen für Landkreiseinwohner zu erbringen".

Landrat Richard Reisinger fügte hinzu: "Ich freue mich, dass das BRK sich für einen Neubau statt für die Ab- oder Aufgabe entschieden hat. Ein Ende des Betriebs hätte die sowieso schon angespannte Pflegeplatzsituation im Landkreis weiter verschärft. Mit dieser Wendung, für die ich mich auch persönlich eingesetzt habe, tritt Besserung ein."

Doch wie kam es zu dieser Kehrtwende im letzten Moment, nachdem Mitte 2018 noch die Schließung im Raum stand? Schaller erklärte laut Pressetext dazu: "Bis etwa 2016 hatten wir enorme Schwierigkeiten, unser Heim kostendeckend zu betreiben. Als gemeinnützige Organisation haben wir keine üppigen Finanzmittel, mit denen wir dauerhafte Verluste hätten kompensieren können. Ein Ausstieg schien unvermeidlich. In den letzten Jahren hat sich die Pflegebranche aber grundsätzlich gewandelt. Was vor kurzem noch ein Wettbewerbsnachteil war, hat sich heute zum Vorteil gewandelt."

Was meint Schaller damit? "Früher war das Hauptrisiko bei Pflegeheimen die Auslastung. Je niedriger der Preis, desto höher die Auslastung. Je niedriger die Gehälter, desto niedriger der Preis. Als sozialer, tariflicher Arbeitgeber mit einem klaren Fokus auf faire Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterzufriedenheit konnten wir preislich mit der privaten Konkurrenz nicht mithalten. Heute aber ist gesellschaftlich akzeptiert, dass die hervorragende Leistung unserer Pflegekräfte auch angemessen vergütet werden muss. Für den Erfolg eines Heims ist deshalb weniger der Preis und vielmehr die Qualität maßgeblich.

Hervorragend aufgestellt

Motiviertes und engagiertes Pflegepersonal finden und halten zu können, ist heute Kernkompetenz eines Betreibers. Und da sind wir hervorragend aufgestellt, das sieht man an unseren personell voll besetzten Heimen. In dieser Situation auszusteigen, wäre ein großer Fehler ."

Bürgermeister Hans-Martin Schertl zeigte sich erleichtert über die Entwicklung: "Wir hatten große Sorgen, wie es mit dem BRK-Heim weitergeht. Deshalb haben wir 2018 mit den Mitarbeitern massiv interveniert, um es zu erhalten. Es freut mich, dass diese Bemühungen Früchte getragen haben."

Und Geschäftsführer Schaller ergänzte: "Das Engagement unserer Mitarbeiter für die Erhaltung des Heims war wirklich beeindruckend und das erste, was ich bei der Übernahme der Geschäftsführung im November 2018 mitbekommen habe. Wer so engagiert ist, den konnten wir auf keinen Fall gehen lassen. Meine Mitarbeiter haben es geschafft, durch ihren Einsatz die Stadt, den Landkreis und das BRK von der Zukunftsfähigkeit unserer Einrichtung zu überzeugen. Das ist beispiellos. Dafür bin ich mehr als dankbar."

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.