23.01.2020 - 14:34 Uhr
VilseckOberpfalz

BRK-Seniorenheim Vilseck scheint gerettet

„Eigentlich hat es nur schlechte Vorzeichen gegeben“, sagt Bürgermeister Hans-Martin Schertl im Hinblick auf das BRK-Seniorenheim in Vilseck. Denn der Einrichtung drohte 2018 die Schließung. Doch die Situation hat sich zum Guten gewendet.

Das BRK-Seniorenheim Vilseck in seiner jetzigen Form muss wohl einem Neubau weichen. Die Zukunft des Standorts, die lange Zeit gefährdet war, scheint damit gesichert.
von Klaus HöglProfil

Nach Schertls Angaben in der Sitzung des Stadtrats hatte er als früherer örtlicher BRK-Vorsitzender beim Landratsamt die Aufhebung der Betriebsträgerschaft beantragt. Das Thema habe bereits auf der nichtöffentlichen Tagesordnung des Kreisausschusses gestanden – die Lage sei prekär gewesen. „Wenn ich damals nicht so massiv interveniert hätte, dann wäre das BRK-Heim womöglich heute schon geschlossen“, resümierte Schertl.

Das Blatt aber hat sich laut Bürgermeister mittlerweile gründlich gewendet. „Heute haben wir glücklicherweise positive Anzeichen“, freute sich der Bürgermeister mitteilen zu können. „Grünes Licht“ will Bürgermeisterkollege Heinrich Ruppert sehen, Andreas Kredler (Arbeitnehmer-Eigenheimer) möchte über den Fortgang „zeitnahe Infos“. Allein Markus Graf (CSU) glaubt es angesichts bisheriger Wechselbäder der Gefühle erst, wenn die Lösung für das BRK-Heim. 2024 könnte die Einweihung erfolgen, sagte Schertl.

Vor der Debatte hatte BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller den Stadtrat über die aktuellen Altenheim-Pläne informiert. Das interessierte neben dem Plenum natürlich auch viele Zuhörer, schließlich ging es um die Zukunft ihres Seniorenheims St. Ägidius.

Im Herbst 2018 stand der BRK-Kreisverband Amberg-Sulzbach nämlich kurz vor der Abgabe der Trägerschaft für das Seniorenheims. „Grund waren die andauernden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des mit 43 Plätzen für heutige Rahmenbedingungen zu klein dimensionierten Hauses“, blickte Schaller zurück. „In letzter Minute“ habe sich das BRK dafür entschieden, statt einer Betriebsübertragung einen modernen Neubau ins Auge zu fassen.

Wesentliche Bedingungen für einen solchen Neubau ist laut Schaller eine staatliche Förderung, die es ermöglicht, ein modernes Heim mit sehr guter Pflegequalität und mit für die Vilsecker Bürger noch finanzierbaren Preisen zu realisieren. Im Dezember 2019 seien die Förderrichtlinien des Freistaats veröffentlicht worden, die für Neu- und Ersatzneubauten eine Baukostenförderung von 60 000 Euro pro stationärem und 70 000 Euro pro Kurzzeitpflegeplatz vorsehen – nach Schallers Einschätzung etwas weniger als die Hälfte der Baukosten. Gegenüber einem ungeförderten Neubau sinkt nach Schallers Angaben der Eigenanteil für die Bewohner so um 1600 Euro pro Jahr.

Vilseck

Der Kreisverband hat nun vor, am gleichen Standort einen Neubau mit 65 bis 70 stationären und Kurzzeitpflegeplätzen zu errichten, das Grundstück dafür will das Rote Kreuz vom Landkreis erwerben, hieß es. Möglicherweise werde daran eine Einrichtung für betreutes Wohnen und für Tagespflege angegliedert. Die Entscheidung darüber falle aber erst im weiteren Projektverlauf. Im Februar oder März dieses Jahres werde der BRK-Vorstand über das Projekt beraten und eine Grundsatzentscheidung treffen. „Sollte diese positiv ausfallen, erfolgt im weiteren Jahresverlauf die Detailplanung, so dass der Förderantrag fristgerecht bis zum 1. März 2021 gestellt werden kann“, stellte der BRK-Geschäftsführer fest. Das BRK rechne mit einem Förderbescheid für Mitte 2021 und einem Baubeginn im Jahr 2022. 2024 könnte dann die Einweihung sein.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.