Vilseck
19.01.2021 - 14:32 Uhr

Ehemalige Vilsecker Mesnerin im Alter von 95 Jahren verstorben

Im hohen Alter von 95 Jahren verstarb die ehemalige Vilsecker Mesnerin, Hildegard Wiesnet. Hier sei nochmal an sie erinnert.

Wie oft hat Hilde Wiesnet wohl die Klinke der Sakristeitür in der Hand gehabt? „Wenn ich nochmal 20 Jahre jünger wäre, würde ich sofort wieder als Mesnerin anfangen“, merkte sie im Ruhestand im Jahr 2014 lächelnd an. Bild: rha
Wie oft hat Hilde Wiesnet wohl die Klinke der Sakristeitür in der Hand gehabt? „Wenn ich nochmal 20 Jahre jünger wäre, würde ich sofort wieder als Mesnerin anfangen“, merkte sie im Ruhestand im Jahr 2014 lächelnd an.

Die ehemalige Vilsecker Mesnerin Hildegard Wiesnet ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Vor Jahren hatte Rosi Hasenstab über sie ein Porträt veröffentlicht. "Eine schöne Zeit war es schon", sagte Hilde Wiesnet im Zuge der Berichterstattung. Sie verrichtete von 1970 bis 1992 in der Pfarrei St. Ägidius ihren Dienst. Bis 2011 hat sie auch immer noch für ihren Nachfolger Werner Berger Urlaubsvertretung gemacht und ausgeholfen, wenn sie gebraucht wurde.

Vor ihrer Berufung zur Mesnerin hatte sie zehn Jahre zusammen mit Fanny Ott den Pfarrhof und zweimal wöchentlich das Gotteshaus geputzt.

Nur 100 Meter vom Gotteshaus

Wie kam Frau Wiesnet eigentlich zu ihrer Mesnertätigkeit? Ihr Sohn Karl, der 1970 Ministrant war, meinte damals zu seiner Mutter, es würde in der Sakristei ein ziemliches Durcheinander herrschen bei den Ministrantengewändern, und seine Mama solle sich das doch mal ansehen. Gesagt, getan. Als Hilde in der Sakristei eintraf, war dort Handarbeitsschwester Ottilie am Werk. Sie, die unter anderem für den Blumenschmuck sorgte, ergriff die Gelegenheit gleich beim Schopf und ließ nicht mehr locker, bis Wiesnet zustimmte und Mesnernachfolgerin von zwei Männern wurde.

Was gab es da nicht alles zu tun? Zum Glück wohnte die neue Mesnerin nur etwa 100 Meter vom Gotteshaus entfernt, um morgens rasch aufsperren und abends zuschließen zu können. In erster Linie aber stand sie dem Priester und den Ministranten beim Ankleiden zur Seite. Vorher aber musste alles für den Gottesdienst hergerichtet werden. Zum Waschen der Altartücher hat Hilde damals extra eine große Wanne gekauft. Raß Gretl übernahm mit ihrer Heißmangel das Bügeln der Altarwäsche. An großen Festtagen stellte Hilde mit ihrem Mann etwa 60 Birken in und an der Kirche auf. Für Fronleichnam war noch Schilf zu streuen, sogenannte Schlohn. "Den Himmel habe ich auch oft alleine aufgestellt", erklärte sie im Interview damals. Zum Adventskranzbinden, Christbaumschmücken und Krippenaufbau ließ sie sich nicht zweimal bitten. "Vielleicht hätte ich das auch gar tun müssen, aber es gehörte einfach dazu, und ich tat es zur Ehre Gottes", so Wiesnet.

Auch über das Bergfest berichtete sie gerne. "Da waren vormittags täglich drei heilige Messen und um 17 Uhr eine Andacht, und es war ja noch kein Licht und kein Wasser in der Bergkirche." Strom habe es erst zu Pfarrer Bauers Zeiten gegeben. Die Gressenwöhrer Frauen brachten Blumen, und Schwester Imina schmückte damit das Kirchlein. Anna Graßler, die gute Seele der Bergkirche, organisierte, putzte und half, wo sie nur konnte. Pfarrer Luitpold Schosser machte ihr öfter mal eine große Freude, wenn er sagte: "Frau Wiesnet, ich fühle mich immer sicher, wenn Sie beim Gottesdienst da sind."

Friedlich eingeschlafen

Wiesnet kam mit allen Priestern gut aus. Mit Rosen hat ihr Benefiziat Alois Hirschberger immer zum Namenstag gratuliert, und Pfarrer Dietmar Schindler überraschte sie hin und wieder mit kleinen Aufmerksamkeiten. Bei ihm im Pfarrhof hat sie noch ein paar Jahre zu seiner vollen Zufriedenheit geputzt.

Am 14. Januar dieses Jahres ist Hildegard Wiesnet nun im Alter von 95 Jahren in ihrer Wohnung im Spitalgebäude friedlich eingeschlafen. Die Pfarrei St. Ägidius spricht ihr nochmals ein herzliches "Vergelts Gott" aus.

 
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