11.09.2019 - 10:58 Uhr
VilseckOberpfalz

Frauenbundtreffen in der Vilsecker Bergkirche

Das Leben und Wirken der seligen Schwester Maria Restituta Kafka bringt Pfarrer Christian Schulz den Gläubigen bei seiner Märtyrerpredigt näher. Er tut dies beim Treffen der Frauenbund-Zweigvereine aus der Region in der Bergkirche Vilseck.

Pater Robin (rechts) spricht dem Zelebranten Pfarrer Christian Schulz, den Frauenbundabordnungen sowie den Stauber Moidln seinen Dank aus. Die männlichen Gottesdienstbesucher bezeichnet er als „gebenedeit unter den Frauen“.
von Rosi HasenstabProfil
Vor und nach jedem Gottesdienst sind auch die Bratwürste des Fußballvereins und die Brathähnchen der Wasserwacht gefragt, dazu ein Bier des Festwirts Daniel Liermann.

Die Fahnenabordnungen der Frauenbund-Gruppierungen aus Schnaittenbach, Rosenberg, Hahnbach, Schlicht und Vilseck hieß Diakon Dieter Gerstacker in der Bergkirche willkommen. Hell und frisch sangen die Stauber Moila, die mit ihrer Leiterin Rita Butz auch ihre Saiteninstrumente erklingen ließen und der Messe eine besondere Note verliehen.

„Aus welchem Holz müssen Menschen geschnitzt sein, die ein Martyrium auf sich nehmen?“, fragte der Hahnbacher Pfarrer und sah in Maria Restituta Kafka eine wahrhaft überzeugte Glaubensbekennerin. 1894 in Brünn geboren, in armen Verhältnissen in einem Wiener Arbeiterviertel aufgewachsen, arbeitete Kafka zunächst als Dienstmädchen, später im Krankenhaus Mödling und entschloss sich schließlich für ein Ordensleben und für den karitativen Dienst am Mitmenschen. „Aufgrund ihres Organisationstalents und ihres Durchsetzungsvermögens wurde Schwester Restituta von ihren Kollegen hinter vorgehaltener Hand oft als Schwester Resoluta bezeichnet. Ja, sie war aneckend, doch zugleich beliebt und bescheiden“, führte der Geistliche aus.

Als sich 1938 auch in Österreich mehr und mehr der Nationalsozialismus durchsetzte, habe sie ihre Einstellung zu Gott glaubwürdig bezeugt, sagte Schulz. Sie weigerte sich, Kruzifixe aus den Krankenzimmern zu entfernen und lehnte es ab, "arische" Patienten gegenüber "fremdrassigen" zu bevorzugen. Diese Haltungen und zwei von ihr diktierte regimekritische Texte wurden ihr zum Verhängnis. Ein Vorgesetzter, Mitglied der SS, hat sie denunziert, worauf sie im Februar 1942 von der Gestapo verhaftet, verurteilt und am 30. März 1943 in Wien hingerichtet wurde. „In ihrem Leben ist Gottes Liebe sichtbar geworden, eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Seien auch wir wachsam und lassen wir uns nicht einschüchtern, sondern legen wie Schwester Restituta Zeugnis ab für unseren Glauben“, ermunterte der Prediger.

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