07.08.2020 - 08:26 Uhr
VilseckOberpfalz

Heinrich Deinzer aus Vilseck fertigt Arma-Christi-Kreuz für Konnersreuth

Das wollte er schon immer einmal machen. Doch es vergingen viele Jahre. Während der Coronakrise nun schreitet Heinrich Deinzer aus Vilseck zur Tat und fertigt ein Arma-Christi-Kreuz nach den Visionen der Therese Neumann aus Konnersreuth.

Heinrich Deinzer (links) übergibt sein selbst gefertigtes Arma-Christi-Kreuz an den Konnersreuther Bürgermeister Max Bindl. Es soll zusammen mit einer Texttafel im dortigen Therese-Neumann-Museum, das im Mai 2021 eröffnet wird, ausgestellt werden.
von Rosi HasenstabProfil

Das lateinische Wort Arma bedeutet Waffen oder Bewaffnung und bezeichnet hier die Leidenswerkzeuge bei der Kreuzigung Christi. Beim Arma-Christi-Kreuz handelt es sich um ein spezielles Kreuz, bei dem statt des Korpus die sogenannten Leidenswerkzeuge abgebildet sind.

Schon ein persönliches Zusammentreffen mit der Konnersreuther Resl 1959 hatte Deinzer sehr fasziniert. Ein Arma-Christi-Kreuz im Freilandmuseum Neusath-Perschen fachte seinen Plan weiter an. Das Buch von Johannes Steiner „Therese Neumann von Konnersreuth; ein Lebensbild nach authentischen Berichten, Tagebüchern und Dokumenten“ gab schließlich den Ausschlag zur Anfertigung. In diesem Buch sind die Karfreitags-Visionen der Resl von der Kreuzigungs-Szene genau beschrieben. Diese weichen jedoch in vielen Details krass von den gängigen Kreuzigungsdarstellungen ab.

So entstand in Deinzers Bastelgarage ein ganz besonderes Kreuz mit Gegenständen, wie sie wahrscheinlich vor mehr als 2000 Jahren bei Jesu Kreuzigung verwendet worden waren. Alle Details haben eine besondere Funktion und Bedeutung. Deinzers Arbeit zeigt die beiden nach oben gerichteten, versetzt angebrachten Quer-Arme, oben das Brett mit der Kreuzes-Inschrift, darunter eine helmartige Dornenkrone. In der Mitte befindet sich der Strick zum Festbinden des Körpers, unter der Fußstütze sind die Stäbchen für die Gewandverlosung zu sehen. Oben sind Seile angebracht, die das Gebälk nach dem Aufstellen in der Senkrechten halten. An den beiden Seitenarmen hängen Hammer und Zange. Links ist das Rohr mit dem Essigschwamm, und rechts das Pilum, ein Wurfspieß, wie er zur damaligen Zeit im römischen Heer gebräuchlich war. Alle dabei verwendeten Nägel sind handgeschmiedet und stammen aus einer alten Scheune.

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Konnersreuth

Nun bot Heinrich Deinzer das Kreuz der Marktgemeinde Konnersreuth als Geschenk an. Aufgrund seiner Anfrage erfuhr er von Bürgermeister Max Bindl, dass dort im nächsten Jahr ein Theres-Neumann-Museum eröffnet wird. Ein glücklicher Zufall. Hocherfreut nahm das Gemeindeoberhaupt nun das Arma-Christi-Kreuz aus den Händen von Heinrich Deinzer entgegen. „Dieses besondere Kreuz ist beeindruckend“, stellte Bindl fest. „Seine starke Aussage steht in direkter Verbindung zum Leben der Therese Neumann und wird deshalb einen würdigen Platz in unserem neuen Museum finden“, sagte er.

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