Vilseck
08.01.2026 - 11:35 Uhr

Hermann Pretsch aus Sorghof feiert 85. Geburtstag

Er wuchs ohne Vater im Sudetenland auf und landete nach der Vertreibung in Bayern. Nun feierte der Sorghofer Hermann Pretsch seinen 85. Geburtstag. Es gratulieren nicht nur die Stadt Vilseck sondern auch der SV, dessen Platzwart er war.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl (rechts) überreicht die Geburtstagsurkunde an den Jubilar Hermann Pretsch. Bild: Stefanie Gradl
Bürgermeister Hans-Martin Schertl (rechts) überreicht die Geburtstagsurkunde an den Jubilar Hermann Pretsch.

Bei bester Gesundheit hat Hermann Pretsch aus Sorghof seinen 85. Geburtstag gefeiert. Bürgermeister Hans-Martin Schertl überbrachte die Glückwünsche der Stadt Vilseck und wünschte dem Jubilar noch viele schöne Jahre an der Seite seiner Ehefrau.

Hermann Pretsch wurde im Jahr 1940 in Großglockersdorf im Sudetenland geboren. Dort wuchs er gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Schwester auf. Der frühe Tod des Vaters, der im Krieg als Soldat fiel, stellte die Familie vor große Herausforderungen – doch sie verlor trotz aller Entbehrungen nie den Mut.

Die Vertreibung der Sudetendeutschen traf auch die Familie Pretsch. Wie Millionen andere Menschen verloren sie ihre Heimat und fanden schließlich in Bayern eine neue Bleibe. Hermann, seine Geschwister und die Mutter kamen nach Mülles bei Adlholz, wo sie bei der Familie Wismet herzlich aufgenommen wurden.

Ab 1946 besuchte Hermann acht Jahre lang die Schule am Kreuzberg. 1954 begann er in Oberhausen eine dreieinhalbjährige Lehre als Bergmann und blieb dort bis 1962 tätig, ehe es ihn wieder zurück in die Heimat zog. Zunächst arbeitete er im Betonwerk Voit in Amberg, bevor er 1964 beim Baugeschäft Ertl eine Maurerlehre begann. Der Firma Ertl blieb er über viele Jahre treu und wurde die rechte Hand von Firmenchef Hans Ertl. Nach dem Ende der Ära Ertl im Jahr 1988 folgten noch kurze Stationen bei den Baufirmen Meier und Mickan, bevor Hermann Pretsch Anfang der 2000er-Jahre in den wohlverdienten Ruhestand ging.

Ein besonders schönes Kapitel seines Lebens begann 1963: In der Bahnhofswirtschaft Paulus lernte er seine spätere Ehefrau Gisela kennen. Die beiden heirateten 1966 und bauten in Sorghof ein Haus. 1967 kam Sohn Peter zur Welt.

Auch im Ruhestand blieb Hermann Pretsch aktiv. Beim SV Sorghof sorgte er viele Jahre im Rentnerteam als Platzwart für bestens gepflegte Fußballplätze. Dem Verein hielt er über Jahrzehnte die Treue und begleitete die Mannschaft sogar zu Auswärtsspielen. Als versierter Allround-Handwerker ist er bis heute ein gefragter Mann.

Zu seinen größten Hobbys zählt sein Schäferhund Tex. Die täglichen Spaziergänge mit dem kraftvollen Vierbeiner zeigen, dass Hermann Pretsch auch mit 85 Jahren noch in Bewegung bleibt – körperlich wie geistig. Außerdem widmet er sich mit großer Freude seinem Garten mit Gartenteich und Goldfischen. Neben zahlreichen Verwandten und Nachbarn gratulierten ihm auch Pfarrer Hrudaya Madanu, der Siedlerbund sowie der Heimat- und Trachtenverein.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.