16.06.2020 - 13:48 Uhr
VilseckOberpfalz

Historisches Tagebuch findet Weg zurück nach Vilseck

In einen Dachsparren eingeklemmt haben die Tagebuchaufzeichnungen fast 200 Jahre überdauert. Auf der Altane des Soler-Hauses (Seilerei Friedrich) in Vilseck finden Kinder vor etwa 55 Jahren einen geschichtlich wertvollen Schatz.

Ein Tagebuch kehrt zurück: Drei Generationen der Familie Friedrich freuen sich über das gebundene Werk von Ludwig und Elisabeth Walter (von links): Elisabeth Hammer, David, Albert und Cäcilia Friedrich.
von Rosi HasenstabProfil

Der Nachwuchs des damaligen Hausbesitzers Max Friedrich stieß im Gebälk auf ein kleines Heftchen in altdeutscher Schrift. Es hat dort nicht nur Generationen überdauert, sondern auch Feuersbrünste überstanden. Die Rede ist von einem Tagebuch, das der Bürger Egid Hofmann geschrieben hat.

Das Schriftstück gibt Einblicke in die Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts von 1786 bis 1791 und beleuchtet viele bedeutende Geschehnisse aus der näheren und weiteren Umgebung von Vilseck. Dabei geht es um Familienereignisse, Wetterkapriolen, Brände, Unfälle, Diebstähle und sogar Morde.

Beim „Tag der offenen Hinterhöfe“ im Jahr 2017 präsentierte Albert Friedrich neben seinen Rückgebäuden auch alte Familien-Schriftstücke, darunter dieses alte Tagebuch und die dazugehörige Abschrift. Die hat, mit Schreibmaschine getippt, Ende der 1960er-Jahre Anton Danzer verfertigt, ein Angestellter des ehemaligen Amtsgerichts.

Dem Vilsecker Historiker Heinrich Deinzer, dem die Heimatgeschichte viel bedeutet, stach das Schriftstück natürlich sofort ins Auge. Er sandte es nach Würzburg an Dr. Ludwig Walter, einen gebürtigen Vilsecker, der sich sogleich brennend dafür interessierte. Dessen Forschungen ergaben, dass es weitere „Hausnotizen“ von Michael Frischholz bis zum Jahre 1840 gab und dass der Übersetzer Danzer die genealogischen Forschungen von Hauptlehrer Eugen Leonhard Hierold seiner Arbeit hinzugefügt hatte.

Heimat- und Kulturverein Vilseck widmet sich Historie der Stadt

Vilseck

Der pensionierte Bibliotheksdirektor Ludwig Walter stellte daraufhin mit seiner Frau Elisabeth ein umfassendes Werk mit vielen weiteren Erläuterungen zusammen. Dessen Titel lautet: „Hausnotizen aus Vilsecker Bürgerhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts von Egid Hofmann und Michael Frischholz“.

Elisabeth Hammer, eine Freundin der Familie Walter und ehemalige Vorsitzende des örtlichen Heimat- und Kulturvereins, überreichte nun im Auftrag der Herausgeber zwei Exemplare des Buches an die Familie Friedrich. Ludwig Walter bedankte sich im Vorwort besonders bei Cäcilia Friedrich und ihrem Sohn Albert: „Sie haben diese Hausnotizen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ihrer Veröffentlichung zugestimmt. Damit haben Sie einen schönen Baustein zur Verlebendigung der Geschichte der Stadt Vilseck beigetragen.“

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