14.11.2018 - 13:55 Uhr
VilseckOberpfalz

"Und Jesus weinte": Jugendblasorchester im Regensburger Dom

Eine besondere Ehre wird dem Jugendblasorchester des Musikvereins Vilseck unter der Leitung von Herman Hänsch zuteil.

Die Gedenkfeier im Regensburger Dom umrahmt das Jugendblasorchester des Musikvereins Vilseck unter Leitung von Hermann Hänsch.
von Rosi HasenstabProfil

45 Musiker umrahmen im hohen Dom zu Regensburg die ökumenische Gedenkfeier anlässlich des Jahrestags zum Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

Der katholische Diözesanbischof Rudolf Voderholzer und der evangelische Regionalbischof Hans Martin Weiß gedachten der Leiden vieler Millionen Kriegsopfer. Zur Eröffnung intonierte das Jugendblasorchester im vollbesetzten Dom das Stück „Ich bete an die Macht der Liebe“. Eine Lesung schilderte die anfängliche Kriegsbegeisterung der Völker Europas. Der Marsch „Preußens Gloria“ und eine Orgelimprovisation des Domorganisten Josef Stoiber stellten den Truppenauszug aus Europas Städten musikalisch dar. Doch kurz nach Ausbruch zeigte der Krieg seinen ganzen Schrecken. Erinnerungen aus Kriegstagebüchern und Zitate aus Feldpostbriefen ließen das Elend der Soldaten auf den Schlachtfeldern erahnen, insbesondere beim Einsatz von Giftgas ab 1915.

In seiner Ansprache sagte Bischof Hans-Martin Weiß, dass seine Familie Gefallene im Ersten Weltkrieg zu beklagen hatte. Bischof Rudolf Voderholzer ermahnte die Gläubigen in seiner Predigt, den Frieden nicht als selbstverständliches Gut zu betrachten, sondern dankbar zu sein für die über 70-jährige Friedensperiode in Europa. Auch Bibelzitate wurden mit den Leiden des Krieges in Verbindung gebracht und verdeutlichten das Thema des Tages: „Und Jesus weinte“.

Regierungspräsident Axel Bartelt sagte, dass die nationalistische Politik vor über 100 Jahren zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs geführt habe. „Nur durch europäische Zusammenarbeit kann einem Rückfall in solche Zeiten vorgebeugt werden“, betonte er. Beim Gedenken an die gefallenen Soldaten ließ Solotrompeter Kevin Luber das Lied vom guten Kameraden erklingen. Mit dem musikalischen Friedensgruß und dem Abschlusslied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ leisteten die jungen Musiker einen Beitrag für den Frieden. Selbst noch tief bewegt traten sie die Rückfahrt an.

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