25.06.2020 - 10:25 Uhr
VilseckOberpfalz

Notfallplan für Vilseck: Feuerwehrhaus wird "Leuchtinsel"

Sollte in Vilseck einmal über längere Zeit der Strom ausfallen, muss ein Notfall-Plan greifen. Feuerwehrkommandant Lothar Hasenstab hat jetzt ein Konzept erstellt und im Stadtrat vorgestellt.

Das Feuerwehrhaus Vilseck soll im Ernstfall die zentrale Anlaufstelle, eine sogenannte Leuchtinsel, für das Gemeindegebiet sein.
von Externer BeitragProfil

Bei der jüngsten Sitzung des Vilsecker Stadtrates stellte der Kommandant der Vilsecker Feuerwehr, Lothar Hasenstab, ein Konzept vor, das bei längeren Stromausfällen im Gemeindegebiet zum Tragen kommen soll. Der Plan sei mit der zuständigen Feuerwehrsachbearbeiterin im Rathaus, Christina Bauer, erarbeitet worden, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Seit dem großen Unwetter im August 2017, als gerade zu Beginn des Einsatzes der Strom über eine Stunde ausgefallen war und schnelles Handeln und die Verständigung schwierig machte, stellt man Überlegungen an, wie man solche Situationen in der Zukunft am besten vermeiden kann, berichtete Hasenstab. In einer landkreisweiten Arbeitsgruppe sei eine Checkliste erstellt worden, in der die vier Bereiche Infrastruktur, besondere Objekte, Versorgungsstruktur und Verwaltung abgedeckt werden können. Besonders Themen wie die Wasserversorgung, Tankstellen, Altenheime oder die Landwirtschaft seien darin umfassend beleuchtet worden, heißt es in der Presse-Info. Man sei zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass in so einer Notsituation sofort 30 Punkte eine schnelle Unterstützung benötigten.

Anlaufstelle im Notfall

Als Mindestvorkehrung ist eine zentrale Anlaufstelle - eine sogenannte Leuchtinsel - vorgesehen, die am Feuerwehrhaus in Vilseck eingerichtet werden soll. Große Priorität hat bei dem Konzept die weitere Handlungsfähigkeit der Verwaltung und des Bauhofes. Das Gerätehaus der Feuerwehr sollte deshalb mit einem Notstromaggregat mit einer Leistung von 50 Kilowatt ausgestattet werden. Hier gäbe es die Möglichkeit zur einmaligen Anschaffung oder der monatlichen Miete. Bürgermeister Hans-Martin Schertl bat den Kommandanten, einen Vergleich aufzustellen und diesen zeitnah im Finanzausschuss vorzustellen.

Im Anschluss wurden Stellungnahmen zum Solarpark "Schlichter Hölzl" behandelt. Hier musste die Ausrichtung der Module geändert werden, deshalb wurden noch einmal die betroffenen Träger öffentlicher Belange angeschrieben. Ein einstimmiger Satzungsbeschluss wurde nun gefasst. Damit ist das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen und der Errichtung der neun Hektar großen PV-Anlage steht nichts mehr im Wege.

Bedingt durch die Corona-Situation gibt es heuer im Freibad geänderte Einlasszeiten und Eintrittspreise. Der Stadtrat hat neue Preise beschlossen, die in der Bädersatzung festgelegt wurden. Es gibt keine Jahres- oder Zehnerkarten, dafür wurden die Tageseintrittspreise gesenkt. So zahlt der Erwachsene zwei Euro, das Kind einen Euro und die Familie fünf Euro. Diese Änderung der Satzung wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Das nächste Thema war der Breitbandausbau im Gemeindegebiet. In 13 Erschließungsgebieten, die im ersten Förderverfahren noch nicht beteiligt waren und in denen noch keine Mindestgeschwindigkeit von 30 Megabit vorhanden ist, soll eine Glasfaserleitung bis ins Haus verlegt werden. Die Breitbandberatung Bayern hat für die Stadt Vilseck das Ausschreibungsverfahren für den sogenannten Höfebonus durchgeführt. Es gab bei der Ausschreibung nur ein Angebot von der Telekom, das laut Pressemitteilung "leider absolut überteuert ist". Grundsätzlich gäbe es eine Höchstförderung von 80 Prozent, aufgrund der hohen Gesamtkosten von 1,548 Millionen Euro ergibt sich eine Eigenbeteiligung der Stadt Vilseck von 632 000 Euro. Deshalb wurde im Stadtrat lange diskutiert, ob man nicht andere Möglichkeiten, zum Beispiel eine neue Ausschreibung, in Betracht ziehen könnte. Da man jedoch keine Garantie hat, tatsächlich eine günstigere Alternative zu erhalten und die Förderung im Herbst ausläuft, würde die Mehrheit der Stadträte "in den sauren Apfel beißen" und das Angebot der Telekom annehmen. Der Beschluss wurde dann auch mit 16 zu 4 Stimmen gefasst.

Glasfaser erst in vier Jahren

Zusätzlicher Wermutstropfen ist, dass die Telekom laut Vertrag die Baumaßnahmen erst in 48 Monaten abschließen wird. Dies bedeutet vor allem für die Bewohner in den kleinen Dörfern und Einzelhöfen, dass sie voraussichtlich erst in vier Jahren diese Glasfaserleitung nutzen können. Nach Abschluss der Maßnahme sind dann alle Haushalte in der Großgemeinde mindestens mit einer Leistung von 30 Megabit an das Internet angeschlossen.

Im Mai 2020 hat sich auch in Vilseck ein neuer Stadtrat konstituiert

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